Strebt OB Till im Kreistag Fraktionsvorsitz an?

Gibt es einen Wechsel an der Spitze der CDU-Kreistagsfraktion? Äußerungen des Göppinger Oberbürgermeisters Guido Till nähren Spekulationen.

|
Guido Till will sich für eine "vernünftige Finanzlage" des Landkreises einsetzen.

Guido Till kam, sah und siegte. Auch am Tag zwei nach der Kreistagswahl stand Göppingens Oberbürgermeister die Freude ins Gesicht geschrieben: Der Rathauschef ist auf Anhieb Stimmenkönig des Kreisparlaments geworden. 10 709 Stimmen bekam der CDU-Politiker im Wahlkreis Göppingen - das war kreisweit spitze. Zum Vergleich: Der langjährige Fraktionschef der Christdemokraten im Kreistag, Wolfgang Rapp aus Geislingen, holte 2185 Stimmen - allerdings in einem deutlich kleineren Wahlkreis. Dennoch nährte Till gestern Spekulationen, er könnte für den Vorsitz der neuen 23-köpfigen CDU-Fraktion kandidieren. Im Gespräch mit unserer Zeitung wollte er "nichts ausschließen". Stattdessen sagte er diplomatisch: "Das wird die Fraktion entscheiden."

Sollte Till tatsächlich seinen Hut in den Ring werfen, würde er sicher nicht nur Beifall ernten. Der bisherige Fraktionschef Rapp hatte bereits am Montag angekündigt, die CDU werde auch künftig "eine geschlossene Mannschaft" präsentieren. War das schon ein Plädoyer gegen eine Personaldebatte? Tills Gegner könnten außerdem ins Feld führen, dass der Göppinger OB, der vor fünf Jahren aus der SPD ausgetretenen war, erst seit vergangenem Oktober CDU-Mitglied ist. So oder so: Eine gewisse Genugtuung verspürt Till darüber, dass ihn die CDU-Wähler in seinem Wahlkreis zum Sieger gekürt haben. Bei der Nominierung hatte sich der Göppinger CDU-Politiker Jan Tielesch zwar dafür ausgesprochen, den OB zum Spitzenkandidaten zu machen, doch am Ende wurde Till auf Platz vier durchgereicht. Im Kreistag will sich der neue Stimmenkönig auf jeden Fall für eine "vernünftige Finanzlage" des Landkreises einsetzen. Man werde genau hingucken, wo "Konsolidierungspotenziale stecken und auch über Mehreinnahmen reden".

Im Göppinger Rathaus wird unterdessen mit Spannung erwartet, wie die Stadt auf die Absage des bei der Gemeinderatswahl am Sonntag siegreichen Piraten Rainer Bendig reagiert. Bendig, der auf Platz zwei der Piraten-Liste kandidiert hatte, will sein Mandat nicht annehmen und kündigte bereits an, dass stattdessen Spitzenkandidat Michael Freche ins Stadtparlament "nachrücken" werde. Darüber entscheide jedoch ausschließlich der Gemeinderat, betonte OB Till gestern. Rathaus-Sprecher Olaf Hinrichsen erinnerte daran, dass ein Mandat im Gemeinderat ein "verpflichtendes Ehrenamt" darstelle. Für einen Verzicht müsse es zwingende Gründe geben. Deshalb gelte Bendig für die Stadt weiterhin als gewählt.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung
Kommentieren

Kommentare

29.05.2014 06:40 Uhr

Die CDU hat OB Till immer unterstützt

So konnte er das Handeln in die Hand nehmen.
Die anderen Parteien, können dies auch tun.
Herr Till, wurde von Bürgern aller Parteien gewählt.
Das Vertrauen der Göppingen Bürger ist da.
Dies kann man als Auftrag der anderen Parteien sehen

Antworten Kommentar melden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

Kommunalwahl Baden-Württemberg 2014

Die Wähler haben entschieden und Kreisräte, Gemeinderäte sowie Ortschaftsräte gewählt. Hier gibt's die Ergebnisse und Berichte.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Frischzellenkur für Notare

Am 1. Januar tritt die Notariatsreform in Kraft: Für Bürger ändert sich einiges. Die Grundbücher werden nun zentral in Ulm verwaltet. weiter lesen