Stimmenschlacht in der Kreis-CDU

Klaus Riegert oder Hermann Färber? Wer gewinnt in der Kreis-CDU das Duell um die Bundestagskandidatur? Am Dienstag nahm die Partei 102 neue Mitglieder auf. Die Stimmenschlacht hat begonnen.

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    Hermann Färber macht Riegert das Ticket nach Berlin streitig. Fotos: Archiv
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    Klaus Riegert vertritt den Wahlkreis Göppingen seit 1994 im Bundestag.
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Das hat es in der Kreis-CDU so noch nie gegeben. Am Dienstagabend hat der Kreisvorstand formal 102 neue Parteimitglieder aufgenommen. Die meisten von ihnen kommen aus dem Raum Böhmenkirch. Dort wohnt und lebt Hermann Färber. Der 49-Jährige ist Vorsitzender des Kreisbauernverbands und seit rund einem Jahr CDU-Mitglied. In acht Tagen will sich Färber auf dem Kreisparteitag in Bad Überkingen zum Bundestagskandidaten küren lassen.

Doch Klaus Riegert will Färber das Feld nicht kampflos überlassen: Riegert, der den Wahlkreis Göppingen seit 1994 als direkt gewählter Abgeordneter vertritt, will seine Arbeit in Berlin gerne fortsetzen. Er sei sehr "zuversichtlich und konzentriert", sagte der 53-Jährige gestern. Und er hoffe, "dass möglichst viele Parteimitglieder nach Bad Überkingen kommen". Zu dem spektakulären Mitgliederzuwachs im CDU-Kreisverband will sich Riegert nicht äußern. Allerdings hofft der langjährige Abgeordnete, dass die neuen Mitglieder dauerhaft an Bord bleiben.

Sein Konkurrent Hermann Färber freut sich über die vielen Neumitglieder in Böhmenkirch. Er sei von vielen angesprochen und gefragt worden, wie man ihn unterstützen könne. Färber: "Da habe ich erklärt, dass es natürlich Voraussetzung ist, in die Partei einzutreten, wenn man beim Nominierungsparteitag abtimmen möchte." Er sei jedoch nicht hausieren gegangen, betont Färber und fügt fast ein wenig ärgerlich hinzu: "Ich möchte mich nicht dafür entschuldigen müssen, dass ich kandidiere oder dass viele Menschen neu in die Kreis-CDU eingetreten sind." Zumal auch er, Färber, nicht wisse, "wer mich in Bad Überkingen wählt und wer nicht".

In der Kreisvorstandssitzung am Dienstagabend hat die ungewöhnliche Explosion der Mitgliedszahlen nicht nur Begeisterung ausgelöst. Zum einen wunderten sich mehrere Christdemokraten über die plötzliche Attraktivität der Partei in Böhmenkirch. Zum anderen wurde moniert, dass die meisten der Neumitglieder offenbar nur den monatlichen Mindestbeitrag von fünf Euro zahlen wollen. Die Stimmung sei eher "ernst und besorgt" gewesen, berichtete gestern ein Mitglied des Kreisvorstands.

Die Kreisvorsitzende Nicole Razavi versteht die Unruhe nicht und warnt zugleich vor falschen Interpretationen. "Wir freuen uns über jedes neue Mitglied. Dieser Zuwachs tut uns gut. Und es ist völlig legitim, vor einem Nominierungsparteitag in die Partei einzutreten." Das Phänomen habe es auch früher schon vor Wahlen gegeben. Die Parteien lebten geradezu von solchen Wellen der Mobilisierung- und Unterstützung. Razavi: "Mitglieder treten immer dann ein, wenn es für sie ein Motiv gibt. Und ich gehe davon aus, dass jeder, der neu eintritt, dies aus Überzeugung tut und dabei bleibt. Das erwarte ich."

Auch Klaus Riegert ist derzeit dabei, seine Anhänger für den Tag der Entscheidung zu mobilisieren. Der Abgeordnete rechnet am nächsten Freitag mit 500 bis 600 Mitgliedern. Die Nominierungsversammlung in der Bad Überkinger Autalhalle beginnt um 19 Uhr.

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