Stauferforscher diskutieren über Barbarossa

Kaiser Friedrich Barbarossa faszinierte zu allen Zeiten. Am Wochenende wurden in Göppingen neue Forschungsergebnisse zum Rotbart vorgestellt.

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"Im November ist Göppingen das Zentrum der Stauferforschung", freute sich Göppingens Oberbürgermeister Guido Till. In der Stadthalle konnte er Gäste aus Deutschland und dem europäischen Ausland begrüßen, die von renommierten Mittelalterhistorikern neueste Forschungsergebnisse präsentiert bekamen. Das Symposion "StauferGestalten" der Gesellschaft für staufische Geschichte hatte in diesem Jahr Kaiser Friedrich "Barbarossa" in den Mittelpunkt gestellt.

"Wir wollen nicht Altvertrautes erneut aufgreifen, sondern vielmehr aus dem Blickwinkel neuerer Forschungsergebnisse aufzeigen", betonte Professor Dr. Knut Görich, der Präsident der Gesellschaft. Der Zwiespalt Barbarossas, sich einerseits als Kaiser auf dem Schlachtfeld nicht in Gefahr zu bringen, andererseits als Ritter deren Idealen verpflichtet zu sein, zeigte Professor Dr. Martin Clauss von der Technischen Uni Chemnitz auf. Sein Fazit: "Barbarossa war ein erfolgreicher Kriegsherr, ein genialer Feldherr und ein tapferer Krieger." Umgangsformen spielten auch im Mittelalter eine große Rolle, verdeutlichte Dr. Florian Hartmann (Uni Bonn). Wie den Kaiser ansprechen? Darüber gab es genaue Vorstellungen, die gelehrt wurden.

Die Züge des sogenannten "Cappenberger Barbarossa-Kopf beherrschen unsere Vorstellung vom Kaiser seit 130 Jahren", so Dr. Görich. Der Historiker (Uni München) hat aber Zweifel, ob das Bildnis tatsächlich den Kaiser zeigt: "Es wäre an der Zeit, so ein herausragendes Kunstwerk endlich einmal ernst genug zu nehmen und es zum Gegenstand einer interdisziplinären Untersuchung zu machen."

Dr. Alheydis Plassmann (Uni Bonn) stellte den Umgang Barbarossas mit seinen Söhnen dem des englischen Königs Heinrich II. gegenüber. "Vater der eine, Stiefvater der andere" - so ihr Resümee. Barbarossas Sohn und Nachfolger Heinrich VI. und seine Berührungen mit einer von den Muslimen geprägten Mittelmeerkultur stellte Dr. Richard Engl (Uni Mainz) in den Mittelpunkt. Nicht minder spannend das Thema von Dr. Romedio Schmitz-Esser (Deutsches Studienzentrum Venedig). "Es ist bemerkenswert, dass wir nicht wissen, wo die Knochen Barbarossas geblieben sind."

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