Stadtoasen sollen blühen

Die Stadt Göppingen gibt sich neue Planungsziele für die Jugendarbeit. Erstes aktuelles Projekt: die auf Zeit eingerichteten Stadtoasen, von denen die erste im Sommer rund um das Schloss entstehen soll.

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Draußen hetzten bibbernde Passanten durch den schneidenden Ostwind. Drinnen berieten die Stadträte über ein sommerliches Thema: Trotz klirrender Kälte waren die Lokalpolitiker Feuer und Flamme: Die ersten Stadtoasen sollen, wenn es nach dem Sozialausschuss des Gemeinderats geht, als Modellvorhaben schon im Sommer auf dem Schlossplatz und im Schlosswäldle aufblühen. Für die Göppinger Jugendhilfeplanerin Ulrike Haas ist das Konzept "der Einstieg in eine neue Strategie der Jugendarbeit", für die sie gestern ebenfalls Rückendeckung bekam (siehe Kasten). Die Stadtoasen sind Freiräume, die wenig genutzt sind und unter Beteiligung von Jugendlichen für eine gewisse Zeit neu gestaltet werden sollen - und zwar nach deren Vorstellungen. Beispiele sind etwa selbst gezimmerte Stadtmöblierungen, Streetballfelder, gastronomische Angebote, aber auch Open-Air-Kinos und Konzerte.

Vorgaben gibt es nicht. Die Ideen und die Umsetzung sollen Jugendliche mit den Streetworkern und möglichst unter Beteiligung der Nachbarn und der Schulen erarbeiten.

Die Ziele aus Sicht von Jugendhilfe und Stadtplanung: Stadtbrachen sollen belebt werden und Jugendliche Nischen finden, die ihnen gerecht werden, erklärte Haas. Für eine solche befristete Zwischennutzung eigne sich der Schlossplatz, der ohnehin umgestaltet werden soll, und das Schlosswäldle, meint die Stadt. Bedenken einzelner Stadträte, dass mit Rücksicht auf Anwohner Plätze am Stadtrand besser wären, wollten Ulrike Haas und Sozialdezernentin Gabriele Zull nicht gelten lassen. Die Erfahrungen anderer Kommunen zeigten, dass Nachbarn, wenn man rechtzeitig auf sie zugehe, mit ins Boot geholt werden könnten. Schließlich soll das gemeinsame Arbeiten an einer lebendigen Stadt auch Generationen überbrücken. So kann sich eine "positive Stadtkultur" ausbilden. Jugendliche sollen ihre Energie und Kreativität sinnvoll fürs Gemeinwesen einsetzen.

Die Stadtoasen sind keine Göppinger Erfindung. Man hat sie sich in Rosenheim abgeschaut. Das Konzept fand beim Göppinger Innenstadtforum viel Resonanz. Es ist das erste Projekt, das jetzt angegangen werden soll. Bei einem Workshop am 9. und 10. März soll das Vorhaben weiter konkretisiert werden. Dann ist eine Ideenwerkstatt mit Jugendlichen geplant, bevor Modelle gebaut und die Pläne im Juli in die Tat umgesetzt werden - dann ist es draußen wieder gemütlicher.

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