Stadt Göppingen will mehr für Kinder tun

Bis jetzt sind es Ideen und Visionen. Doch aus ihnen sollen Schritt für Schritt Projekte entwickelt werden, mit denen die Göppinger Innenstadt kinder- und jugendfreundlicher gestaltet werden kann.

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Der Spielplatz im Göppinger Schlosswäldle soll im kommenden Jahr grundlegend saniert werden. Das Vorhaben ist eines von vielen, mit denen die Innenstadt kinder- und jugendfreundlicher gemacht werden soll. Der Gemeinderat soll im April ein Konzept dafür auf den Weg bringen. Foto: Giacinto Carlucci

"Ein guter Prozess ist jetzt angestoßen. Die SPD wird ihn wohlwollend begleiten", sagte SPD-Fraktionschef Armin Roos. So sahen es auch andere Stadträte. In einer gemeinsamen Sitzung des Umwelt- und des Verwaltungsausschusses des Göppinger Gemeinderats haben die Bürgervertreter am Donnerstagabend darüber beraten, wie die Innenstadt kinder- und jugendfreundlicher werden könnte. Im April soll der Gemeinderat einem neuen Konzept der Verwaltung zustimmen. Bis dahin sollen und können noch weitere Vorschläge eingearbeitet werden. Denn mehr als eine ehrgeizige Sammlung von Ideen, Absichten und Visionen gibt es bisher nicht. Was sich im einzelnen finanzieren und umsetzen lässt, muss die Zukunft zeigen. Doch so viel steht fest: Innerstädtische Plätze und Grünanlagen sollen weiterentwickelt, die Zahl der Spielplätze weiter erhöht werden.

Alles hatte damit begonnen, dass die Stadtverwaltung vor zwei Jahren mit Kinder- und Jugendgruppen aus verschiedenen Einrichtungen drei "Erkundungsstreifzüge" durch Göppingen unternommen hat. Besucht wurden Treffpunkte, die bei 10- bis 16-Jährigen beliebt sind. Vor Ort wurde über die Vor- und Nachteile sowie mögliche Verbesserungen diskutiert. Das Ergebnis: Es gibt im Stadtgebiet zu wenig Raum zum Spielen. Das soll geändert werden. Doch dazu müssen Plätze und Grünanlagen umgestaltet werden.

So sollen auf dem Spitalplatz neue Sitzmöbel aufgestellt und einzelne Spielpunkte geschaffen werden. Erste Entwürfe sind für das Jahr 2015 vorgesehen. Für den Kornhausplatz haben Studenten der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen Ideen und Entwürfe erarbeitet. Diese sollen in naher Zukunft im Gemeinderat vorgestellt werden. Auch bei der Sanierung des Bahnhofsplatzes will die Stadt den Belangen von Kindern und Jugendlichen Rechnung tragen. Auf dem Klosterneuburg-Platz könnte ein "Storchennest" genanntes Spielgerät zum Klettern und Ruhen aufgestellt werden. Noch dieses Jahr soll im Stadthallenpark ein Spielangebot geschaffen werden. In den Mörikeanlagen denkt die Stadt über "trendige bunte Lounge-Möbel nach", um die Aufenthaltsqualität auszubauen. Weiter fortgeschritten sind die Planungen, was den Skaterplatz am Theodor-Heuss-Platz betrifft. Hier soll auf 6500 Quadratmetern eine neue Anlage für verschiedene Trendsportarten entstehen. Vor allem die Jugendlichen des Skatevereins Göppingen (S.I.S.) engagieren sich für das Projekt. "Hier zeigt sich, dass die Zusammenarbeit einer öffentlichen Verwaltung mit Jugendlichen kein Selbstzweck ist, sondern wichtige Impulse setzen kann", heißt es dazu in der Beratungsvorlage.

Auf dem kleinen Rathenau-Platz, der nördlichsten Grünanlage der Innenstadt, soll ein Spielbereich für Kinder unter sechs Jahren entstehen. Erste Gespräche hat es bereits zu der Überlegung gegeben, die Schulhöfe in der Innenstadt mit ihren Spielangeboten als Treffpunkte zu öffnen. So soll das Freihof-Gymnasium als erste Schule mit Ganztagesbetreuung an das Schlosswäldle angebunden werden. Geplant ist "eine Freitreppe im Campus Stil nördlich des Neubaus zum Durchbruch an der Umgrenzungsmauer der Grünanlage". Darüber hinaus soll der Kinderspielplatz im Schlosswäldle im kommenden Jahr grundlegend saniert werden.


In der Göppinger Innenstadt leben derzeit 1581 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. 2500 bis 3000 Schüler kommen täglich von außerhalb in die Stadt. Insgesamt 4500 Schüler verbringen nach Angaben der Verwaltung täglich in der Innenstadt Teile ihrer Freizeit und Pausen.

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