Stadt Göppingen erhöht Geländer im Technischen Rathaus

Die Göppinger Stadtverwaltung hat das Geländer im Treppenhaus des Technischen Rathauses provisorisch aufgerüstet. Brüstungen in städtischen Gebäuden würden überprüft, sagt der Baubürgermeister.

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Das Geländer im Treppenhaus des Technischen Rathauses in Göppingen wurde nach dem tödlichen Sturz von Karin Bernartz provisorisch erhöht.  Foto: 
Gut drei Wochen nach dem tödlichen Sturz der Hochbauamts-Leiterin Karin Bernartz hat die Stadt Göppingen in dem Gebäude an der Nördlichen Ringstraße die Treppengeländer erhöht. In dem Treppenhaus, in dem die 57-Jährige starb, wurden vor wenigen Tagen Gerüstrohre angeschraubt. Auf Anfrage der NWZ bestätigte Baubürgermeister Olav Brinker, dass auch über weitere Sicherungen nachgedacht wird: Erwogen werde der Einbau von Netzen im Absturzbereich zwischen den Stockwerken. Darüber sei aber noch nicht entschieden worden. Solche Sicherheitsnetze wurden vor vielen Jahren beispielsweise im Haupttreppenhaus der Klinik am Eichert mit ihren zehn Obergeschossen eingezogen.

Stadtverwaltung und Staatsanwaltschaft hatten nach dem Todessturz erklärt, dass die Geländer im Technischen Rathaus die vorgeschriebenen Höhen aufweisen: Im oberen Stockwerk verlange das Gesetz 1,10 Meter, weil die sogenannte Absturzhöhe bis zum Boden dort mehr als 12 Meter beträgt. Das Geländer im vierten Stock sei vor vielen Jahren bereits entsprechend erhöht worden, sagte Brinker. Das habe Karin Bernartz als Leiterin des Hochbauamts selber veranlasst.

Nicht erhöht wurden damals die Geländer in den tiefer gelegenen Geschossen, wo in Altbauten 0,90 Meter vorgeschrieben sind. Dort werde sich die Stadt die Situation jetzt „noch einmal genau anschauen“, sagte der Baubürgermeister, vor allem an den Ecken. Dort ist das Geländer jeweils mit einem Versatz versehen. Das jetzt eingebaute Provisorium biete der Stadt die Möglichkeit, in aller Ruhe über eventuell nötige Verbesserungen entscheiden zu können. „So sind wir auf der sicheren Seite“, sagte Brinker. Das Gebäude des Technischen Rathauses diente ursprünglich als Schule. Der Baubürgermeister erklärte auf Nachfrage, dass nun auch in vielen anderen der insgesamt 150 städtischen Gebäude die Brüstungen noch einmal darauf überprüft würden, ob die vorgeschriebenen Höhen erreicht werden. Brinker verwies aber auch darauf, dass man nicht ohne weiteres überall neue Sicherheitsstandards einführen könne.

Am Nachmittag des 11. Januar, einem Samstag, war die langjährige Leiterin des Hochbauamts von einer Putzfrau tot im ersten Stock gefunden worden. Offenbar war sie wenige Stunden zuvor von einem der oberen Geschosse in die Tiefe gestürzt. Die Umstände blieben im Dunkeln. Sicher ist, dass im obersten Stockwerk der Einkaufskorb der 57-Jährigen gefunden wurde. Die Polizei und die Staatsanwalt hatten keine Anzeichen von Fremdeinwirkung gefunden. In den Wochen zuvor hatte Karin Bernartz über Schwindelanfälle geklagt.

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