Stadt Ebersbach will weitere Beisetzungsformen ermöglichen

In Ebersbach gibt es bald einen Platz, wo Muslime gemäß ihren Riten zur letzten Ruhe gebettet werden können. Die Ebersbacher Friedhöfe sollen um weitere neuzeitliche Beisetzungsformen ergänzt werden.

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Auf dem Ebersbacher Friedhof gibt es einen schönen Baumbestand. Die Stadt will nun unter anderem ausloten, unter welchen Bäumen Urnenbestattungen möglich sind.  Foto: 

"Die Stadt Ebersbach möchte ein deutliches Zeichen der Integration setzen", diese in der Beschlussvorlage des Gemeinderats formulierte Botschaft ist offenbar angekommen. "Wir haben bereits einen Dankesbrief von Vertretern der muslimischen Vereine bekommen", berichtet die Leiterin des Amtes für Bürgerservice und Soziales, Jutta Schabel. Die Muslime finden bald auf dem Ebersbacher Friedhof eine Ruhestätte, wo sie ihre Verstorbenen gemäß den islamischen Bestattungsriten beisetzen können. Bislang ist dies im Landkreis nur in Göppingen möglich.

Rund 1000 Muslime leben in Ebersbach, viele sind in der Stadt im unteren Filstal heimisch geworden. Bislang sind in Ebersbach jedoch erst vier Muslime bestattet. Der Großteil werde nach dem Tod in die jeweiligen Heimatländer überführt. Dies lag nicht zuletzt an den hiesigen Gesetzen, die die im Islam nicht vorgesehene Bestattung in einem Sarg vorschrieb. In Ebersbach behalf man sich mit einem Kompromiss. "Die Toten wurden im geöffneten Sarg beerdigt und der Deckel wurde daneben gelegt", berichtet Schabel.

Mit der Änderung des Bestattungsgesetzes wird es nun möglich, die Verstorbenen in Tüchern zu beerdigen. Die Stadt rechnet damit, dass dann auch die Nachfrage nach entsprechenden Gräbern steigt. "Es gab im vergangenen Jahr eine Anfrage der muslimischen Gemeinden", sagt die Amtsleiterin. Bei einem Treffen mit den örtlichen Gruppierungen habe die Verwaltung die Möglichkeiten für eine möglichst pietätvolle Bestattung nach muslimischem Glauben erörtert. "Wir haben dabei auch deren Anregungen für die Ausgestaltung der Gräberfelder und der Örtlichkeit berücksichtigt", sagt Schabel. Das meiste sei ohne größeren Aufwand zu bewerkstelligen. "Das ist eine feine Sache", findet die Amtsleiterin, die dabei auch wirtschaftliche Aspekte im Blick hat. 7100 Euro, doppelt soviel wie ein übliches Erdgrab, berechnet die Kommune auf dem neuen Gräberfeld, wo eine Ruhezeit von 40 Jahren gilt. 20 Gräber weist die Stadt vorerst für Muslime aus, "wir rechnen mit etwa zehn Bestattungen pro Jahr", erklärt Schabel. Bei Bedarf sei das Feld jedoch schnell erweiterbar.

Die Kommune will jetzt auch mit Hochdruck weitere neuzeitliche Bestattungsformen auf ihren Friedhöfen in Angriff nehmen. Zum Beispiel Urnengräber unter Bäumen, die es bereits auf dem Friedhof im Stadtteil Weiler gibt und die die CDU im Gemeinderat seit langem auch für die Kernstadt fordert. "Viele wandern in den Friedwald ab", sagt die Fraktionsvorsitzende Brigitte Kreisinger. Um das zu verhindern, wäre die Stadt gut beraten, zu schauen, was die bestehenden Friedhöfe hergeben, empfahl Landschaftsarchitekt Harald Fischer den Stadträten, der für die Kommune Vorschläge für weitere Bestattungsmöglichkeiten erarbeiten soll.

KOMMENTAR GRÄBER FÜR MUSLIME: Zeichen des Respekts

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