Stadt Ebersbach macht Druck beim Wasser

Die Stadt Ebersbach krempelt ihre Wasserversorgung komplett um. Unterhalb von Diegelsberg entsteht derzeit ein Jahrhundertbauwerk: ein Hochbehälter für 2000 Kubikmeter Trinkwasser.

|
Vorherige Inhalte
  • Hoch über Ebersbach entsteht derzeit ein neuer Hochbehälter, der vier marode Behälter ersetzt und Bestandteil der Neukonzeption der Wasserversorgung ist. Die beiden Kammern fassen 2000 Kubikmeter Trinkwasser. 1/2
    Hoch über Ebersbach entsteht derzeit ein neuer Hochbehälter, der vier marode Behälter ersetzt und Bestandteil der Neukonzeption der Wasserversorgung ist. Die beiden Kammern fassen 2000 Kubikmeter Trinkwasser. Foto: 
  • Markus Ludwig, Jochen Baur und Stefan Haag (v.l.) sind zufrieden mit dem Verlauf der Bauarbeiten. 2/2
    Markus Ludwig, Jochen Baur und Stefan Haag (v.l.) sind zufrieden mit dem Verlauf der Bauarbeiten. Foto: 
Nächste Inhalte

Die Erdmassen, die sich auf der Anhöhe oberhalb Ebersbachs auftürmen, sind gigantisch. 8000 bis 10.000 Kubikmeter Material wurden aufgehäuft. Nicht weniger imposant ist die Sicht auf das Gebäude, das in der Verlängerung der Diegelsberger Straße aus dem Boden wächst und auf seinen Deckel wartet. Der neue Wasserhochbehälter der Stadt Ebersbach soll vier marode Behälter ersetzen, der älteste bringt es auf 150 Jahre. In zwei Kammern können in dem neuen Hochbehälter 2000 Kubikmeter Trinkwasser gespeichert werden - "das entspricht der Menge von 25.000 Badewannenfüllungen", sagt der Leiter des Bau- und Umweltamtes, Markus Ludwig.

Der Hochbehälter Diegelsberger Straße, den Ludwig, als "Jahrhundertbauwerk" bezeichnet, ist der zweite Schritt der Neukonzeption der Ebersbacher Wasserversorgung. Die wird praktisch "komplett rumgedreht", wie es Stefan Haag ausdrückt. Das Ziel ist: Die Versorgung mit Trinkwasser auf Jahrzehnte zu sichern und auf den neuesten Stand der gesetzlichen Anforderungen zu bringen. Haag spricht von einer "Herausforderung", schließlich sei so ein Vorhaben alles andere als alltäglich, "auch nicht in unserem Job".

Die Stadt investiert in die Umstellung der Wasserversorgung rund fünf Millionen Euro. Im ersten Schritt hat die Stadt vor zwei Jahren das neue Wasserwerk im Gentenried in Betrieb genommen, dort wird das Wasser aus den städtischen Brunnen enthärtet und der Qualität des von der Landeswasserversorgung zugekauften Wassers angepasst. "Dass die Stadt Eigenwasser hat, ist super und bedeutet auch ein Stück Versorgungssicherheit", erklärt Haag.

Die Entscheidung für die Neustrukturierung fiel bereits vor fünf Jahren. Dass diese überfällig war, daran habe kein Zweifel bestanden - nicht zuletzt wegen des unterschiedlichen Wasserdrucks im Stadtgebiet. Künftig wird es im Ebersbacher Stadtgebiet nur noch zwei statt drei Druckzonen geben. Während der bestehende Behälter im Hegnach die künftige Hochzone - das Gebiet nördlich der Richard-Wagner-/Albert-Schweitzer-Straße - versorgt, erhält die Niederzone, also die Kernstadt, ihr Trinkwasser aus dem neuen Behälter und dem Wasserwerk Gentenried. Dazu wird im letzten Schritt noch eine neue Wasserleitung in der Diegelsberger Straße verlegt.

Druck im Wassernetz wird steigen

Die neuen Druckzonen werden für die Ebersbacher einige Veränderungen bringen. Der Druck im Wassernetz wird steigen, sagt Haag. Die Bürger wurden aufgefordert, sich durch den Einbau sogenannter Druckminderer zu wappnen. Voraussichtlich ab Mai werde die bisherige Mittelzone zwischen Richard-Wagner- und Panoramastraße an die Hochzone angeschlossen. Umgestellt werde straßenweise, sagt Jochen Baur, Sachgebietsleiter für Tiefbau bei der Stadt. Auch in der Kernstadt werde sich der Wasserdruck erhöhen, wenn der neue Hochbehälter Mitte des kommenden Jahres in Betrieb geht.

Auf der Baustelle unterhalb Diegelsbergs geht die Arbeit gut voran. Die Außenwände des Behälters und das künftige Betriebsgebäude stehen bereits, auch die Stützen für die Decke, als nächstes folgen die Treppenanlage sowie die Decke, berichtet Jochen Baur. Dann werden die Zuleitungen zu dem Behälter verlegt, damit er gefüllt und geprüft werden kann, ob er dicht ist. Derzeit werden die weiteren Ausbaugewerke vorbereitet.

Noch ist das Bauwerk bis weit ins Filstal sichtbar. Das jedoch wird nicht so bleiben. Der neue Hochbehälter wird nach seiner Fertigstellung unter den Erdmassen verschwinden, die für den Neubau ausgebuddelt wurden. "Das wird alles wieder Wiese", sagt Jochen Baur. Nur noch das Betriebsgebäude werde später ein Stück weit aus dem Boden schauen.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Mehrheit lehnt Messstelle an der Sternkreuzung ab

Die Mehrheit im Göppinger Gemeinderat hat eine Messstelle für Luftschadstoffe an der Sternkreuzung abgelehnt. Auch die Verwaltung war dagegen. weiter lesen