Stabwechsel bei Feuerwehr

Armin Becker hat sein Amt als Kommandant der Göppinger Feuerwehr angetreten. Der 34-Jährige löst Michael Reick ab, der die Aufgabe vorübergehend übernommen hatte, um intern die Wogen zu glätten.

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Der Göppinger Oberbürgermeister Guido Till bemühte sich am Mittwochabend bei der Amtseinsetzung des neuen Feuerwehrkommandanten Armin Becker, nach vorn zu schauen. Doch ganz kam Till um eine Rückschau nicht herum. Das war nicht verwunderlich, schließlich hat der Stabwechsel bei der Göppinger Feuerwehr viel mit den zurückliegenden Querelen zu tun. Im Februar vor einem Jahr hatte der damalige Chef Guntram Vollmer die Konsequenzen aus dem Dauerclinch gezogen und das Handtuch geworfen. Peter Melzer sprang als kommissarischer Kommandant in die Bresche, bevor im Juni Professor Dr. Michael Reick die Aufgabe zusätzlich zu seinem Amt als Kreisbrandmeister für ein halbes Jahr übernahm. Reick führte in dieser Zeit nicht nur die Wehr, sondern betätigte sich auch als Brandbekämpfer und Vermittler in eigener Sache. Der Interims-Kommandant führte viele Gespräche, um die Wogen innerhalb der Wehr wieder zu glätten. "Das war eine Bereitschaft, die man mit Worten nicht beschreiben kann", würdigte Till Reicks Einsatz und meinte in der Feierstunde im Kleinen Sitzungssaals des Rathauses: "Vielen Dank, dass Sie das Steuer in die Hand genommen haben. Sie haben für Armin Becker den Weg bereitet."

Der im westfälischen Unna geborene Becker ist 34 Jahre alt und war seit 1997 Feuerwehrbeamter bei der Berufsfeuerwehr Dortmund. Bis zu seinem Umzug lebte er mit seiner Familie in Kamen, wo er auch der Freiwilligen Feuerwehr angehörte. Becker, den der Göppinger Gemeinderat Ende Oktober einstimmig zum neuen Kommandanten gewählt hatte, kennt also sowohl den Blickwinkel eines hauptamtlichen Feuerwehrmanns, als auch die Interessen und Bedürfnisse freiwilliger Löschhelfer. Diese Erfahrung könnte für Armin Becker in Göppingen durchaus hilfreich sein. Die Freiwillige Wehr der Hohenstaufenstadt umfasst zehn Löschzüge mit insgesamt rund 260 Aktiven sowie elf hauptamtlichen Einsatzkräften. Da sind neben der vorausgesetzten fachlichen Kompetenz vermittelnde Fähigkeiten von großem Vorteil - Vorgänger-Kommandant Guntram Vollmer wurden in diesem Bereich immer wieder Defizite angelastet. Es rumorte und rumorte.

Der scheidende Interimschef Michael Reick wollte daraus am Mittwochabend aber keinen generellen Konflikt zwischen Hauptamtlichen und Freiwilligen ableiten. "Einzelne Personen hatten sich verrannt", sagte er, als er sich von den Kameraden "mit ein bisschen Wehmut" verabschiedete - wohlwissend, dass er als Kreisbrandmeister die meisten von ihnen bei größeren Einsätzen wiedersehen wird. Und dann sagte Reick etwas, was der neue Kommandant Becker sicher gerne vernahm: "Ich habe das Gefühl, die Göppinger Feuerwehr ist führbar." Seinen Nachfolger habe er kennen gelernt als jemanden, der "ein eigenes Profil" besitze und "eigene Ansichten" vertrete - und das findet Reick gut.

Oberbürgermeister Guido Till sagte an Becker gewandt: "Wir setzen große Hoffnungen in Sie und Sie haben einen großen Vertrauensvorschuss. Wir stehen wie eine Eins hinter Ihnen." Armin Becker verzichtete bei seiner Amtseinsetzung auf eine längere Antrittsrede, meinte aber schmunzelnd: "Ich habe da ganz viele Arbeitsaufträge herausgehört." Er freue sich auf seine neue Aufgabe. "Es wurde für mich und meine Familie Zeit, nach Göppingen zu kommen, und wir sind gut angekommen", meinte der zweifache Vater.

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