Stabwechsel bei den Grünen

Der Abgeordnete Jörg Matthias Fritz (52) gibt Ende des Monats den Vorsitz der Göppinger Grünen ab. Er will sich auf seine Arbeit im Landtag konzentrieren. Tobias Liebig-Cardinale (37) kandidiert für die Nachfolge.

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Jörg Matthias Fritz will sich auf die Arbeit im Landtag konzentrieren.

Bei der Mitgliederversammlung am 29. Februar wird der Landtagsabgeordnete Jörg Matthias Fritz nicht wieder als Vorsitzender der Göppinger Grünen kandidieren. Gegenüber der NWZ begründete der 52-Jährige seine Entscheidung mit der hohen Arbeitsbelastung in Stuttgart. Fritz ist in der 36-köpfigen Landtagsfraktion der einzige, der drei Ausschüssen angehört, unter anderem dem wichtigen Finanz- und Wirtschaftsausschuss. Er werde daher in Göppingen nur noch als Beisitzer kandidieren.

Es sieht nach einem geräuschlosen Führungswechsel aus, denn ein potenzieller Nachfolger steht schon in den Startlöchern. Tobias Liebig-Cardinale aus Hohenstaufen bestätigte gestern sein Interesse, den Vorsitz zu übernehmen. Der 37-jährige Lehrer, der an der Albert-Schweitzer-Schule Englisch unterrichtet und Klassenlehrer an der Uhland-Grundschule ist, war vor zwei Jahren von Heidelberg nach Hohenstaufen gezogen. Sein Beruf bringt es mit sich, dass ihm die Bildungspolitik besonders am Herzen liegt. Tobias Liebig-Cardinale ist verheiratet und hat zwei Söhne im Alter von zwei und vier Jahren.

Für den möglichen neuen Chef der Göppinger Grünen könnte es in den kommenden Monaten spannend werden. Denn in Kürze wollen die Grünen endgültig entscheiden, ob sie nach einem eigenen Kandidaten für die Göppinger OB-Wahl im Oktober Ausschau halten.

Die Aussagen führender Parteimitglieder zu dem Thema fallen unterschiedlich deutlich aus. Während Fritz betont, dass die Grünen "mit vielen Entscheidungen des Amtsinhabers Guido Till und dessen Arbeitsweise nicht konform" seien, äußert sich Christoph Weber, der Fraktionschef im Gemeinderat, zurückhaltender. Obwohl es mit Till in den vergangenen Jahren Differenzen gegeben habe, sei mit ihm dennoch vieles von dem erreicht worden, was den Grünen wichtig sei. Weber nannte als Beispiele die Ganztagesbetreuung und die Energiepolitik. Auch in der Siedlungspolitik seien von Till deutliche Signale für eine Wende im Sinne der Grünen zu vernehmen. Weber bescheinigt Till deshalb, "lernfähig" zu sein und berichtet von mehreren "konstruktiven Gesprächen" mit dem OB. Allerdings gebe es auch nach wie vor Anlass zur Kritik.

Der Kreisvorsitzende der Grünen, Walter Kißling, sagte: "Die Tendenz, einen eigenen OB-Kandidaten zu suchen, ist da." Die Federführung dafür liege aber beim Ortsverein Göppingen und der Fraktion.

Keine Bestätigung gab es gestern für ein mögliches Interesse der Landesparteichefin der Grünen, Thekla Walker, an einer Bewerbung in Göppingen. "Den Namen höre ich im Zusammenhang mit der OB-Wahl zum ersten Mal", reagierte der Landtagsabgeordnete Fritz erstaunt. Auch Weber meinte: "Der Name ist bei uns nicht gefallen." In Göppingen ist Thekla Walker (42) keine Unbekannte: Von 2002 bis 2004 war sie Beauftragte der Stadt für Marketing.

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