Staatsanwalt prüft Möhren-Döner

Der Fall der mit Möhrentrester verunreinigten Dönerspieße aus Göppingen geht nun zur Staatsanwaltschaft. Unterdessen läuft der Rückruf der Spieße, die Behörden überwachen die Aktion in rund 80 Betrieben.

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Döner-Produktion in Ursenwang: Der Betrieb darf im Moment nichts ausliefern, die Fleischspieße lagern versiegelt im Kühlhaus.  Foto: 

Zwar besteht keine Gesundheitsgefährdung, aber was ein Göppinger Dönerspieß-Produzent gemacht hat, ist trotzdem illegal: Rund eine Tonne Möhrentrester hat das Unternehmen nach eigenen Angaben in Dönerspießen verarbeitet, die Masse bleibt als Rückstand bei der Saftherstellung zurück und wird als Tierfutter verwendet. Nachdem die Firma im Stadtteil Ursenwang bereits am Donnerstag vom Lebensmittelkontrolldienst geschlossen wurde, müssen sich jetzt auch die Ermittlungsbehörden mit dem Fall befassen: "Die Sache geht nun auch an die Staatsanwaltschaft", sagte gestern Alexander Schulz-Wulkow, stellvertretender Leiter des Amts für Veterinärwesen und Verbraucherschutz im Göppinger Landratsamt.

Der Betrieb war selber mit einer Mitteilung an die Öffentlichkeit gegangen und hatte auf den Missstand hingewiesen. "Ihm stand die Möglichkeit offen, eine Pressemitteilung herauszugeben", sagt Schulz-Wulkow. "Ansonsten ist die Behörde verpflichtet, die Öffentlichkeit zu informieren." Rund 80 Betriebe im ganzen Land - etwa 15 davon im Kreis Göppingen - waren mit den verunreinigtem Hackfleisch-Produkten beliefert worden.

Trester sollte Fleisch dunklere Farbe verleihen

Nach Angaben des Firmeninhabers wurde der Trester verwendet, um dem Fleisch eine dunklere Farbe zu geben, er habe nicht gewusst, dass dies verboten ist. "Am Freitag ist allen Betrieben hinterhertelefoniert worden, das ist nichts mehr im Verkauf", versicherte gestern der Sprecher des Landesministeriums für Verbraucherschutz, Ulrich Arzberger. Der Rückruf wird von den Behörden überwacht.

Im Moment ruht die Produktion in Ursenwang. "Wir werden auf jeden Fall die Zuverlässigkeit des Unternehmens prüfen, bevor es wieder in die Produktion darf", erläutert Alexander Schulz-Wulkow das weitere Vorgehen. Die Lagerbestände seien derzeit versiegelt und würden bei minus 18 Grad in einem Tiefkühlraum aufbewahrt. Der Betrieb habe nun die Möglichkeit, mit Gutachten nachzuweisen, dass keine weitere Verunreinigung mit Möhrentrester vorliegt. Schulz-Wulkow weiß aber nicht, ob die Firma diesen nicht ganz preisgünstigen Weg gehen will.

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