Spotted Göppingen: Zweite Chance für Zögerliche

Es gibt neue Hoffnung für eine verpasste Gelegenheit: Auf einer Seite des sozialen Netzwerks Facebook suchen Nutzer nach Personen, in die sie sich verguckt haben, die sie aber nicht kennen.

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"Geht übel ab", sagt die Betreiberin von "Spotted: Göppingen" über die Beliebtheit des Angebots. Die Seite hat fast 4000 Anhänger.  Foto: 

Verpasste Gelegenheiten gibt es viele im Leben. Zu überraschend bietet es manchmal eine Chance, als dass der Verdutzte sie ergreifen und sein Glück wahrmachen könnte. Diese Möglichkeit kann allerdings nicht nur ein flüchtiger Moment zunichte machen, sondern auch eine fehlende Portion Mut.

Doch Zögerliche und nicht beherzte Zeitgenossen dürfen Hoffnung schöpfen. Neue Aussicht auf Erfolg bietet "Spotted: Göppingen" bei Facebook. Nutzer des sozialen Netzwerks bitten auf der Seite um Hinweise zu Personen, die ihnen begegnet sind und gefallen. Lesen die Angebeteten den Eintrag oder werden sie von anderen darauf hingewiesen, können die Gesuchten selbst dem Verehrer oder der Verzauberten antworten.

Auf eine solche Nachricht hoffen einige im Kreis: "Ich bekomme etwa fünf Nachrichten am Tag", berichtet Nadine Liebscher. Die Auszubildende aus Hattenhofen betreut die Seite in ihrer Freizeit. Mittags und abends veröffentlicht sie Aufrufe, die in den vergangenen Stunden eingegangen sind. "Bei den WM-Spielen der Deutschen Mannschaft kam ich kaum hinterher", sagt die 23-Jährige. Mehr Nachrichten als sonst erreichten sie auch am Wochenende.

Die Anfragen sind nicht der einzige Hinweis auf die Beliebtheit. Die Seite für den Raum Göppingen gibt es zwar schon rund vier Jahre. Doch seit Liebscher sie Anfang 2013 übernommen hat, ist die Zahl der Anhänger gestiegen: Von rund 900 auf fast 4000 soll die Schar der die Fans in dieser Zeit gewachsen sein. Diese Entwicklung liest die Betreiberin ab an der Zahl der sogenannten Likes - ein hochgereckter Daumen mit dem Nutzer des Netzwerks ihre Zustimmung signalisieren.

Gut findet Nadine Liebscher jedoch nicht alle Nachrichten: "Wenns zu sehr unter die Gürtellinie geht, lösche ich." Nicht auf die Seite gelangten Beleidigungen oder nicht ernst gemeinte Anfragen. Aufrichtig seien aber die Mehrzahl der Gesuche. "Manche sind sehr nett geschrieben", berichtet die Betreiberin. Neben Kreativität bewiesen die Verfasser oft eine gute Beobachtungsgabe. "Sie können Personen bis auf die Ohrringe beschreiben."

Aussichtslos sind die Anstrengungen nicht. "Ich bekomme viele positive Rückmeldungen", sagt die Betreiberin. Deren Absender bedankten sich für das Angebot oder berichteten von einer erfolgreichen Suche. Ob aus der zweiten Chance eine neue Liebe entstanden ist, das weiß Liebscher aber nicht.

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