Spenden der NWZ-Leser sorgen bei Erdbebenopfern in Nepal für Hoffnung

Nach der Erdbebenkatastrophe in Nepal im April 2015 gibt es nun Lichtblicke –  auch durch die Hilfe zweier Göppinger Erzieherinnen und der NWZ-Leser.

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Dutzende zerstörte Häuser, Armut, Verzweiflung: Die verheerenden Folgen des Erdbebens, das den Himalaya-Staat Nepal im Frühjahr 2015 erschütterte, sind nach wie vor nicht von der Hand zu weisen. Die Regierung verspricht indes schon seit Monaten, die prekäre Situation zu entschärfen. Etwa 2000 Euro sollte jede Familie erhalten, die ihr Haus bei der Erdbebenkatastrophe verloren hat.

Die Regierung baut aber auch viele  bürokratische Hürden auf, die diese Bemühungen stark einschränken. Ellen Dietrich, Leiterin des Schwäbisch Gmünder Vereins „Haus der Hoffnung – Hilfe für Nepal“, kritisiert diesen Umstand: „Um Missbrauch vorzubeugen, verlangt die Regierung, dass sich Erdbebenopfer ein Konto auf der Bank zulegen, auf welches das Geld überwiesen werden kann. Aber wie sollen Analphabeten ein Konto aufmachen?“

In Kathmandu gebe es zum Glück genügend Banken, aber auf dem Land sehe die Situation weniger gut aus. Denn da müsse man unter Umständen zwei bis drei Tage zu Fuß marschieren, um zur nächstgrößeren Stadt mit einer Bank zu kommen.

Helena Schefold (23) und Aramia Beno (21) konnten sich von den Verhältnissen in Nepal einen authentischen Eindruck verschaffen. Die beiden Erzieherinnen aus Göppingen absolvierten in der Hauptstadt Kathmandu nämlich ein von Dietrichs Verein organisiertes sechsmonatiges Praktikum in einem Waisenhaus. In dieser Zeit lernten die beiden jungen Frauen auch Ram kennen, den Pförtner der örtlichen Schule und einen der Leidtragenden der Erdbebenkatastrophe.

Das Haus seiner Familie war so stark beschädigt worden, dass an einem Neubau kein Weg vorbei führte. Doch aufgrund finanzieller Engpässe waren Ram, seine Frau und seine beiden Söhne vorerst dazu gezwungen, in dem einsturzgefährdeten Gebäude zu bleiben. Bis zu 6000 Euro sollte der Bau eines neuen Hauses kosten – zu viel für die Familie. Von den Zuschüssen, die ihm der Staat versprochen hatte, hat Ram bislang nur einen Bruchteil erhalten.

Nachdem die NWZ im September 2015 auf die Situation des Pförtners aufmerksam gemacht hatte, schöpften Ram und seine Familie jedoch wieder Hoffnung. „Dank des Spendenaufrufs der NWZ sind gut 1000 Euro zusammengekommen“, freut sich Dietrich. Die Schule, die Ram beschäftigt, habe den gleichen Betrag beigesteuert. „Für den Rest muss er ein Darlehen aufnehmen und abstottern“, erklärt Dietrich. Das neue Heim ist mittlerweile fertig gebaut und soll robuster sein als das vorherige. Ram hat für den Bau drei Arbeiter angestellt und legte nach Dienstende auch selbst Hand an.

Das Gebäude wird neben seiner Familie auch die Witwe seines verstorbenen Bruders und deren drei Kinder beherbergen.

„Die Familie wird weiterhin auf engstem Raum zusammenleben, denn für die insgesamt acht Personen stehen nur vier Zimmer zur Verfügung“, erläutert Dietrich. Das alte Haus, das sich direkt neben dem neuen Zuhause von Rams Familie befindet, wird nun zeitnah abgerissen. An der dann frei werdenden Stelle soll ein Gemüsegarten entstehen.

Sichtlich zufrieden mit dem Resultat sind auch Helena Schefold und Aramia Beno. „Wir freuen uns sehr, dass Ram durch die vielen Spenden nun wieder ein normales Leben führen kann“, sagen die beiden jungen Erzieherinnen.

Info Mehr Informationen zur Organisation „Haus der Hoffnung - Hilfe für Nepal“ aus Schwäbisch Gmünd gibt es im Internet unter der folgenden Adresse: www.hausderhoffnung-nepal.de

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