Spannende Geschichte der Stifte

Anschaulich und informativ berichtete Professor Oliver Auge in einem Vortrag in der Bad Boller Stiftskirche über die Chorherrenstifte.

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Berta von Boll, möglicherweise eine Schwester von König Konrad III. und damit auch Tante von Kaiser Friedrich I. Barbarossa, ist Namensgeberin der gleichnamigen Stiftung in Bad Boll.

Die trägt auch mit dazu bei, dass die Stiftskirche St. Cyriakus sich fest verankert im Bewusstsein der Menschen. Am vergangenen Sonntag hatte sie gemeinsam mit dem Göppinger Geschichts- und Altertumsverein in die Kirche eingeladen. Professor Dr. Oliver Auge, ausgewiesener Experte des Stiftswesens, nahm die Zuhörer anschaulich und einprägsam mit auf die spannende Reise der Geschichte der Stifte im deutschen Südwesten. „Stifte konnten zu jeder Zeit ins Leben gerufen werden“ und „an nahezu jedem Ort“. Es gab sie in Faurndau und Adelberg, in Boll und Göppingen. Stifte waren sehr unterschiedlich organisiert. Sie werden „als Leitfossil mittelalterlicher Kirchengeschichte“ bezeichnet und spiegeln „ökonomische und damit politische und kulturelle Verhältnisse von Weltgeistlichen.

Im Gegensatz zu den Mönchen in den Klöstern konnten sie ihr Privateigentum behalten. Stifte hatten immer auch einen frommen Hintergrund. Hier wurde der Verstorbenen gedacht, für ihr Seelenheil gebetet und sie so vor dem gefürchteten Fegefeuer bewahrt. Die Stifter machten mit ihrer Stiftung aber auch ihre wirtschaftliche Potenz augenscheinlich – „die repräsentative Funktion“ dürfe „nie außer Acht gelassen werden“. Die weltliche Herrin Berta hatte großes Interesse am religiösen Wirken der Stiftsherren. Beteten sie doch schließlich „für das Gedeihen von Land und Dynastie, stellten als Mittler zwischen Gott und Mensch das künftige Wohlergehen sicher“. Das Boller Stift, gegründet im zwölften, bestand bis Mitte des 15. Jahrhunderts, dann wurde es dem Göppinger an der Oberhofenkirche einverleibt und wertete dieses damit deutlich auf.

Info Heute Abend referieren Kreisarchäologe Dr. Reinhard Rademacher und Michael Weidenbacher (Universität Tübingen) um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Bad Ditzenbacher Rathauses über die Burgenlandschaft rund um die Hiltenburg im oberen Filstal.

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