Sommerfestival: Umzug statt Absage

Der Sommer gibt sich launisch - und viele Open-Air-Veranstaltungen fallen heuer ins Wasser. Das Sommerfestival auf Filseck findet bei jedem Wetter statt.

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Die gute Nachricht lautet: Kein Konzert des Sommerfestivals muss witterungsbedingt abgesagt werden. Ob Dauerregen, Sturmwarnung oder Gewitterschauer, bei Sauwetter zieht das Sommerfestival mit Sack und Pack nach Wäschenbeuren in die Bürenhalle. Mit der charmanten Kulisse des Filseck-Schlösschens kann die Mehrzweckhalle zwar nicht konkurrieren, sie ist aber eine sichere Bank – für Veranstalter wie Gäste.

Seit Wochen beobachten die Verantwortlichen des Sommerfestivals nervös die längerfristigen Wettertrends, und ab dem Beginn der Festspiele sind sie täglich in engem Kontakt mit dem Deutschen Wetterdienst. Dort steht ein Meteorologe telefonisch für tagesaktuelle lokale Vorhersagen zur Verfügung. Je später am Tag, desto präziser kann er eine verlässliche Prognose für den Abend geben. In Zweifelsfällen versuchen die Veranstalter deshalb die Entscheidung, ob auf Schloss Filseck gespielt werden kann oder nicht, so lange wie möglich hinauszuzögern. Doch die Logistik setzt Grenzen. Bühnentechnik und Soundcheck sowie Getränkeverkauf und Bestuhlung für bis zu 800 Besucher fordern einen gewissen zeitlichen Vorlauf. Deshalb muss irgendwann am Nachmittag eine Entscheidung fallen – notfalls und immer schweren Herzens auch für einen Umzug in die Bürenhalle.

Denn natürlich feiern alle am liebsten draußen im schönen Schlosshof. Und lieber sitzen die Zuschauer warm eingepackt in Daunenjacke, Winterstiefeln und Decken im Schlosshof als sommerlich gekleidet in der Halle. Indes schätzen die Veranstalter die Bürenhalle als unkomplizierten Ersatzspielort, der eine Bühne ohne räumliche und technische Einschränkungen, ausreichend Platz für den Getränkeausschank und für jeden Gast genau den Platz, den er gebucht hat, bietet.

So genau die Meteorologie inzwischen auch arbeitet: Das Wetter ist und bleibt ein unkontrollierbarer Risikofaktor für jedes Open-Air. Wie vor etlichen Jahren, als sich während eines Festivalkonzerts ein Gewitter über Schloss Filseck zusammenbraute und dermaßen heftig entlud, dass das Wasser den Hof flutete. Nicht nur die Frau des damaligen Göppinger Landrats Franz Weber zog da ihre Schuhe aus, um barfuß ins Schloss zu flüchten und auf besseres Wetter zu warten. Als es so weit war, trockneten die vielen ehrenamtlichen Helfer des Festivals schnell Bühne und Stühle – und schließlich konnte das Konzert sogar noch zu Ende gespielt werden.

Der Verein Musik auf Schloss Filseck ist froh, dass er das Risiko beim Sommerfestival minimieren und in kritischen Situationen in die Bürenhalle ausweichen kann. Eine Absage oder ein Abbruch sind immer eine herbe Enttäuschung – viel schlimmer, als den Abend wie geplant zu verbringen – lediglich in einer anderen Location.

Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung sind die Sommerfestival-Macher auf Schloss Filseck alte, abgebrühte Open-Air-Hasen. Schon oft haben sie eine mutige, selten eine falsche Wetter-Entscheidung getroffen. Als am Nachmittag des 28. Juli 2013 ein Hagelsturm in der Region den bislang größten Hagelschaden Deutschlands anrichtete, liefen die Vorbereitungen für das Schlusskonzert und Feuerwerk des 19. Festivals bereits auf Hochtouren – in der Bürenhalle! Auf Schloss Filseck sah es danach verheerend aus, doch zum Glück wurde niemand verletzt. Das Festivalteam, aber auch alle Besucher, waren froh, sich nach  dem Schrecken abends in der Bürenhalle ein wenig zurücklehnen zu können.

Info: Das Sommerfestival auf Schloss Filseck findet vom 23. bis 31. Juli statt, Wettertelefon: Telefon (07161) 29 09-78

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