Serie: Geschichten aus der Göppinger Hauptstraße

Die Göppinger Hauptstraße hat im Laufe der Zeit immer wieder ihr Gesicht verändert. Die NWZ will in einer Serie Geschehen und Gebäude der Straße und ihre wechselvolle Geschichte vorstellen.

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  • Das Fotofachgeschäft Schlenker zog Mitte der Achzigerjahre in die Hauptstraße 16, wo zuvor die Firma Bühler ansässig war. So sieht das Geschäft, das 1927 in der Bahnhofstraße gegründet wurde, heute aus (rechts). Foto: Städtisches Archiv / Margit Haas 1/2
    Das Fotofachgeschäft Schlenker zog Mitte der Achzigerjahre in die Hauptstraße 16, wo zuvor die Firma Bühler ansässig war. So sieht das Geschäft, das 1927 in der Bahnhofstraße gegründet wurde, heute aus (rechts). Foto: Städtisches Archiv / Margit Haas
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Foto-Schlenker dürfte das älteste Fotogeschäft der Stadt sein. 1927 wurde es in der Bahnhofstraße gegründet, zog dann in die Hauptstraße, hat heute dort seinen zweiten Standort. An das erste Foto-Atelier, das Adolf Schlenker 1927 in der Bahnhofstraße eröffnet hatte, erinnert heute nichts mehr.

Klein und bescheiden war es, erst nach dem Krieg entwickelte es sich zu einem florierenden Geschäft. 1953 zog Sohn Adolf in die Hauptstraße um, zunächst ins Nachbargebäude des heutigen Geschäftes in der Hauptstraße 14, und dann Mitte der Achzigerjahre in die Hauptstraße 16.

Dieses Gebäude, das seine typische klassizistische Formensprache als eines der wenigen in der Altstadt erhalten hat, war nach dem Stadtbrand zunächst neue Heimat der Witwe des Tuchmachers Beck geworden, später lebte hier der Stadtrat Gottlieb Mayer, dann der Veterinärrat Dr. Adolf Abel.

Das Fotogeschäft wird seit fast 30 Jahren von Bernd Schlenker geführt. Er hatte zunächst ganz andere Lebenspläne gehabt, hatte Wirtschaftswissenschaften studiert und bereits eine Stelle in Kanada. Als freilich sein Vater 1985 plötzlich starb, übernahm er das elterliche Geschäft und führte es gemeinsam mit seiner Mutter Hilde. Sie hatte immer im Geschäft mitgearbeitet und kann sich deshalb auch noch gut an die Zeiten erinnern, als Fotografien und Filme etwas Besonderes waren.

So war etwa Adolf Schlenker 1956 von den Göppingern mit großem Bahnhof verabschiedet worden, als er nach Melbourne zu den Olympischen Spielen flog, um dort einen Film für den Deutschen Leichtathletikbund zu drehen. Ganz "nebenbei" fotografierte er die Weltspiele und schickte die Fotos mit einem Piloten nach Deutschland.

So konnten die Göppinger in einer Zeit, als das Fernsehen in den Kinderschuhen steckte, in den Schaufenstern der Innenstadt fast live bei den Spielen dabei sein. Zum Geschäft gehörte auch ein Vorführraum, in dem Adolf Schlenker Filme zeigte, die er bei zahlreichen sportlichen Großereignissen gedreht hatte. Groß war auch das Fotolabor - bis zu 14 Mitarbeiter waren dort beschäftigt. Längst hielt freilich auch in diesem Fachgeschäft die digitale Technik Einzug. Heute beschäftigt Bernd Schlenker fünf Mitarbeiter, die in den vergangenen Jahren den totalen Umbruch ihrer Branche erlebt haben.

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