Schwung für Gesundheitspark

Das betriebliche Gesundheitsmanagement in kleinen und mittleren Betriebe zu fördern ist das ehrgeizige Ziel der IHK Göppingen. Den Auftakt bildet ein Pilotprojekt zum Gesundheitspark Albtrauf.

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Eine Studienarbeit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Geislingen bringt es auf den Punkt: Kleine und mittlere Betriebe haben sich zwar schon mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement auseinander gesetzt. Doch viele Firmen sind noch weit davon entfernt, diese soziale Maßnahme zur Gesundheitsvorsorge ihrer Mitarbeiter in der Organisationsstruktur zu installieren und zu verankern. Wie Dr. Peter Saile, Geschäftsführer der IHK Bezirkskammer Göppingen im Rahmen der Vorstellung der Studie jetzt erläuterte, habe gemäß der Umfrage das Tagesgeschäft bei den Unternehmen höchste Priorität. Alles andere müsse sich unterordnen. "Ein betriebliches Gesundheitsmanagement gibt es nicht zum Nulltarif", sagte Saile. Es benötige Arbeitszeit, binde Personal und koste Geld. Ungeachtet dessen ist nach seinen Worten längst bekannt, dass ein betriebliches Gesundheitswesen nicht nur zu höherer Leistungsfähigkeit der Beschäftigten und zur Steigerung der Arbeitsmotivation führt, sondern auch die Fehlzeiten durch Krankheiten verringert. Doch dafür muss zuerst in die Tasche gegriffen werden, was viele Klein- und Mittelständler scheuen.

Dieter Kress, Geschäftsführer der AOK Neckar-Fils und Esslingen, sieht die Krankenkassen in der Pflicht und bietet Unterstützung an. In einem ersten Schritt können Unternehmen eine Analyse an jedem Arbeitsplatz durchführen lassen. Die Krankenkasse gibt Auskunft, wo Handlungsbedarf besteht. In einem zweiten Schritt werde dann ein Maßnahmenkatalog aufgestellt, nach dessen Umsetzung die Gesundheitsgefährdungen abgestellt werden. Oftmals seien es schon Kleinigkeiten, die deutliche Verbesserungen bringen, wie beispielsweise die richtige Einstellung von Bürostühlen, sagte Kress.

Zunächst geht es aber darum, das Thema des betrieblichen Gesundheitsmanagements in die Köpfe der Chefs von kleinen und mittleren Betrieben zu bringen und Sensibilität für das Thema zu schaffen. Hierzu soll nun ein Pilotprojekt im Rahmen des Gesundheitsparks Albtrauf gestartet werden. Damit könnte das Netzwerk wieder neuen Schwung erhalten, nachdem die Idee mangels Fördergelder schon zu den Akten gelegt schien.

Wie Monika Röther, Geschäftsführerin der Vinzenz von Paul Kliniken in Bad Ditzenbach erklärte, gibt es am 19. und 20. Mai als Einführung ein Wochenendseminar, das sich speziell an Führungskräfte kleiner und mittlerer Betriebe wendet. Im Hotel Talblick in Auendorf und in der Vinzenz Therme in Bad Ditzenbach soll es dabei um Entspannung, Work-Life-Balance und um das Burn-out-Syndrom gehen. Die Teilnehmer werden an den beiden Tagen von morgens bis abends mit Entspannungsmethoden, Aquarelaxing, Watsu-Behandlungen, Yoga und Qigong verwöhnt.

Mareike Merx, Wirtschaftsförderin des Landratsamtes Göppingen erhofft sich von dieser Auftaktveranstaltung, dass die Führungskräfte dem betrieblichen Gesundheitsmanagement einen deutlichen höheren Stellenwert beimessen und so eine weitere Nachfrage nach Dienstleistungen in Sachen Gesundheit im Landkreis ausgelöst wird. Das Pilotprojekt komme so nicht nur den gesundheitsbewussten Menschen zugute, sondern auch dem wirtschaftlichen Erfolg der Einrichtungen und Betriebe, die mit Angeboten rund um die Gesundheit ihr Geld verdienen.

Info Mit dem Gesundheitspark Albtrauf sollen die Dienstleister im medizinischen Bereich und der Tourismus zusammengeführt werden. Ziel ist es, das Profil des Landkreises als "Gesundheitskreis" zu schärfen. Mit im Boot des Gesundheitsparks sitzen der Landkreis, Kommunen, Kliniken, Heilbäder, Industrie- und Handelskammer, Freizeiteinrichtungen, Hotellerie und Gastronomie.

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