Schwieriges vollendet beherrscht

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Viel Beifall erhielt Bernd Geser (vorn) für sein Euphonium-Solo in der Komposition „Pantomime“ von Philip Sparke. Das Städtische Blasorchester Göppingen.  Foto: 

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.“ Mit einem Beethoven-Zitat eröffnete OB Guido Till den Konzertabend, mit dem das Städtische Blasorchester Göppingen, „das musikalische Aushängeschild der Stadt“, sein 35-jähriges Bestehen feierte.

Ob Maientag, Bürgerempfang, Städtepartnerschaften, das mehrfach ausgezeichnete Ensemble sei immer präsent, ein würdiger Botschafter, der für ehrenamtliches Engagement sowie personelle Kontinuität stehe, lobte das Stadtoberhaupt in der Stadthalle. Mit großen Konzerten beeindruckten sie ein Vierteljahrhundert unter dem Dirigentenstab von Karl-Heinz Elter, und „seit nunmehr zehn Jahren entwickle Martina Rimmele mit Herzblut den großen Erfolg weiter“.

Mit internationalem Programm wurde anschließend die Vorstellungskraft durch Werke japanischer, amerikanischer, englischer sowie österreichischer Komponisten herausgefordert. Von Soichi Konagaya stammte das Eröffnungsstück, bei dem die Tonkünstler sofort in die Vollen gingen. Mal stampfend, mal majestätisch, offenbarte „Grand March“ dynamische Finessen zwischen Triumph und Stolz. „Zu Wort kommen: ein Magier, ein Harlekin der Commedia dell Arte, ein schottischer Dichter, die Geliebte eines Hufschmieds und einige seltsame Vögel“, versprach Frank Strodel, dessen fachkundige Moderationen quasi das Salz in der Suppe sind. Unterhaltsam, wie er seine von ihm erarbeitete „Einstimmung auf Werke anhand ausgewählter Literatur“ mit Charme und Zylinder dem Publikum näher brachte.

Auf „Invocation and Toccata“, ein virtuoses zeitgenössisches Tongemälde von James Barnes, das gleichwohl mit gewaltigen Akkorden und exzentrischem Klang faszinierte, folgte mit Philip Sparkes „Pantomime“ gleich der nächste Höhepunkt. Solist Bernd Geser verankerte große Präzision mit Spielfreude, dass es ein Genuss war, ihm auf dem „wohlklingenden“ und „völlig zu Unrecht oft übersehenen“ Euphonium zuzuhören. Das Stück „Suite from Hymn of the Highlands“ von Philip Sparke, entführte die Zuhörer musikalisch in die ursprüngliche Welt der schottischen Highlands, erzählte ganz ohne Volksliedelemente von weidenden Schafen, alten Burgen und der Lebensfreude der Schotten.

Dass die Musiker unter dem hingebungsvollen Dirigat von Martina Rimmele schon seit langem mit viel Feuer und Leidenschaft bei der Sache sind, zeigte sich auch bei den sieben Volksliedern der „Second Suite in F“ von Gustav Holst. Dynamisch kraftvoll, voller Eleganz sowie mit rhythmisch geschliffener Präzision, präsentierten sie außerdem „Satiric Dances for a Comedy by Aristophanes“ von Norman Dello Joio sowie von Otto M. Schwarz „Last Call“.

Mit dem „Mountain Rock“ setzten die Musiker einen grandiosen Schlusspunkt für ein mit Ausnahme der Besucherresonanz rundweg gelungenes und hochkarätiges Konzert.

Wertungsspiel Richtig ernst wird es für das Städtische Blasorchester am 21. Mai beim Wertungsspiel des Blasmusikverbands Baden-Württemberg in Biberach. Dort wollen die Musiker mit den schwierigen Stücken „Invocation and Toccata“ von James Barnes sowie Philip Sparkes „Suite from Hymn of the Highlands“ in der höchsten Stufe punkten. ack

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