Schweiß und Tränen

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Im Kampf gibt Billy Hope (Jake Gyllenhaal) alles. Ob er aber seinem Nachnamen gerecht wird und die Hoffnung nicht aufgibt, als sein Leben in Scherben liegt, muss er noch zeigen.  Foto: 

Kriegt er diesmal endlich den Oscar? Darüber zerbrechen sich bereits zahlreiche nationale und internationale Medien den Kopf. Es geht um den US-amerikanischen Schauspieler Jake Gyllenhaal, der sich in seinem neuen Film "Southpaw" auf beeindruckende Weise körperlich verausgabt. Er spielt einen Boxer, der nach großem Erfolg all das verliert, was ihm wichtig ist. Gyllenhaal soll für die aufreibende Rolle über fünf Monate trainiert und sieben Kilo abgenommen haben.

An seiner Seite in diesem Drama: Rachel McAdams ("Everything Will Be Fine") und Forest Whitaker ("Der letzte König von Schottland", "Der Butler"). Regie führte Antoine Fuqua ("Training Day"), das Drehbuch stammt vom Erfinder der TV-Serie "Sons of Anarchy", Kurt Sutter.

Billy Hope (Gyllenhaal) fürchtet niemanden, "Fear No Man" prangt in tätowierten Lettern auf seinem Rücken. Und doch muss er sich gleich zu Beginn des Films im New Yorker Madison Square Garden sehr anstrengen: Nur knapp gelingt es dem Champion, seinen Weltmeistertitel im Halbschwergewicht zu verteidigen.

Ein schlechtes Omen: Nach mehr als 40 Siegen scheint Hopes Karriere ihren Scheitelpunkt erreicht zu haben. Auch Billys Frau (McAdams) spürt dies, nach dem Kampf redet sie ihm ins Gewissen, endlich eine Pause einzulegen. Dann der Schicksalsschlag: Billy verliert seine geliebte Frau und stürzt in ein scheinbar unendlich tiefes Loch. Sein Manager (gespielt vom Rapper 50 Cent) lässt den Boxer fallen. Billy verliert zunächst seine Villa und dann, weitaus schlimmer, auch noch das Sorgerecht für seine Tochter. Er ist am Boden zerstört. Aber mit der Hilfe eines alten Box-Hasen (Whitaker) versucht er, wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen.

Schon mit seiner Darstellung eines abgemagerten Sensationsreporters in "Nightcrawler" hat Gyllenhaal gezeigt, dass er vor körperlichen Veränderungen nicht zurückschreckt. In "Southpaw" verwandelt sich der 34-Jährige in eine Kampfmaschine, die vor Muskelmasse nur so strotzt. Kaum eine Szene, in der Gyllenhaal, der für den Film täglich ein mehrstündiges Sportprogramm absolvierte, nicht entweder blutet, weint oder Unmengen an Schweiß verliert.

Gelegentlich entbehrt Gyllenhaals körperbetontes Spiel, für das er bereits mit Robert De Niro verglichen wird, nicht einer gewissen Komik. Mithalten kann nur Forest Whitaker, der mit feinem Minimalismus kontert.

"Southpaw" reiht sich ein in eine nicht eben kurze Tradition amerikanischer Box-Dramen. Vergleiche mit Klassikern wie "Rocky" und dem großartigen "Wie ein wilder Stier" bleiben da nicht aus.

"Southpaw" vermag dem Genre aber kaum Neues hinzuzufügen. Die Story vom Underdog, dem der Ruhm zum Verhängnis wird, ist konventionell inszeniert. Sutters Drehbuch lässt zudem kaum ein Klischee aus: vom skrupellosen Manager bis hin zum heruntergekommenen Boxclub in einer düsteren Ecke New Yorks.

Jüngeren Boxfilmen wie "Million Dollar Baby" (Regie Clint Eastwood) oder "The Fighter" mit Mark Wahlberg kann "Southpaw" in all seiner Vorhersehbarkeit kaum das Wasser reichen. Dass das gut zweistündige Werk trotzdem ein packender, immer wieder auch bewegender und letztlich kurzweiliger Film ist, liegt an Gyllenhaal, dessen Blut-Schweiß-Tränen-Auftritt nachhaltig beeindruckt und vielleicht ja tatsächlich mit einem Oscar belohnt wird.

Auf einen Blick vom 20. August 2015

Southpaw

USA 2015, 123 Min., FSK 12

Regie: Antoine Fuqua

Darsteller: Jake Gyllenhaal, Forest Whitaker, Rachel McAdams

Kurzinhalt Billy "The Great" Hope kann nur geradeso seinen Titel im Halbschwergewicht verteidigen. Ein Schicksalsschlag wirft ihn völlig aus der Bahn: Seine Frau stirbt. Er verliert erst seine Villa - und dann das Sorgerecht für seine Tochter.

SWP

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