Schwäbische Alb will als "Weltkulturgebirge" touristisch punkten

Als "Weltkulturgebirge" wird nun die Schwäbische Alb vermarktet. Touristen sollen drei kreisüberschreitende Erlebniswelten geboten werden. Als Symbol dient der Löwenmensch aus dem Lonetal.

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Unter dem Dach des Verbandes Schwäbische Alb Tourismus (SAT) präsentiert sich auf der CMT in Stuttgart auch der Landkreis Göppingen (vorne rechts).  Foto: 

"Kreativ, innovativ, nachhaltig" sollen die Tourismusangebote auf der Schwäbischen Alb sein, sagt der Reutlinger Landrat Thomas Reumann zur Ausrichtung des Verbandes Schwäbische Alb Tourismus (SAT). Geschäftsführer Jürgen Steiner hat jetzt das Strategiepapier 2020 vorgestellt.

Die Beteiligten aus der gesamten Region müssten am gleichen Strang ziehen und gemeinsam festlegen, was "zeitgemäß und zukunftsfähig" ist. Zehn Landkreise der Schwäbischen Alb, zahlreiche Städte und Gemeinden haben sich unter dem Dach des SAT zusammengeschlossen, um sie als Einheit besser zu vermarkten - unter anderem die Landkreise Alb-Donau, Esslingen, Göppingen, Heidenheim, Ostalb, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen, Tuttlingen und Zollernalb.

Akteure und Funktionäre haben in den vergangenen zweieinhalb Jahren das Strategiekonzept "Tourismus 2020 Alb" entwickelt. Anhand des Strategiepapiers soll herausgearbeitet werden, was die Alb von anderen Mittelgebirgen unterscheidet, und was sie einzigartig macht.

Aufstieg mit der Eiszeitkunst

Bis 2020 soll die überregionale Bekanntheit der Schwäbischen Alb als Qualitätsmarke steigen, ihre Position als dritte große Urlaubsdestination in Baden-Württemberg neben Bodensee und Schwarzwald festigen.

Als "Weltkulturgebirge" will sich die Tourismusregion Alb in den nächsten Jahren positionieren. Zum Aufstieg soll ihr die Eiszeitkunst verhelfen: Der Löwenmensch aus dem Lonetal ist das Symbol des "Weltkulturgebirges". Eine "magische, eine mythische Figur", findet Steiner. Sie sei nicht nur weltweit einzigartige Eiszeitkunst, sondern auch eine "Methapher für Stärke", sie stehe für die Alb und ihre Menschen.

Unter dem Begriff "Weltkulturgebirge" sollen die Angebote auf der Alb - Natur und Landschaft, Geschichte und Kultur, Sport und Genuss - koordiniert werden.

Drei Erlebniswelten

Dazu haben die Tourismusfachleute die Region in drei Erlebniswelten eingeteilt: den Albtrauf mit seinen Felsen und Hügeln, mit Streuobstparadies und Neckartal; die Donau-Hochalb mit dem Hohenzollernland und seinen Wandersteigen und der jungen Donau; das Kulturreich auf der Ostalb, "die Wiege der Kultur" mit Kelten, Römern, Staufern. Jetzt müssen die Erlebniswelten mit Angeboten zum Wandern, Radeln, mit Zeitreisen und Städtetouren mit Leben erfüllt werden. Dabei will der Verband auf Qualität setzen, zum Beispiel bei den Wanderwegen mit einem einheitlichen Beschilderungskonzept. Dafür wurden beim Land 1,4 Millionen Euro beantragt. Die Alb bekommt aus dem baden-württembergischen Tourismustopf zurzeit 70 000, der Schwarzwald dagegen 300 000 Euro.

Zu Reumanns Nachfolger wählte die Mitgliederversammlung einstimmig den Bürgermeister der Stadt Münsingen, Mike Münzing. Er engagiert sich seit 2008 als Vorstandsmitglied aktiv für die Fortentwicklung des Tourismus auf der Schwäbischen Alb. Als Bürgermeister einer sehr ländlich geprägten Kommune, die durch das Biosphärengebiet Schwäbische Alb in den letzten Jahren weiter an touristischer Bedeutung gewonnen hat, liegen ihm der Tourismus auf der Schwäbischen Alb und der Gedanke der Nachhaltigkeit sehr am Herzen.

Münzing unterstrich, in seiner Antrittsrede, dass es sein Ziel sei, die begonnenen Prozesse zur Professionalisierung des Tourismus auf der Schwäbischen Alb fortzusetzen, ohne die authentischen Züge und Gesichter, die für die Schwäbische Alb stehen, verlieren zu wollen.


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