Schulforum: Junge Frauen an die Spitze

Der Heiratsmarkt darf nicht entscheidend sein für die Karriere junger Frauen. Das sagt Jutta Allmendinger. Die Berliner Professorin spricht beim Schulforum am 13. März in der Stadthalle Eislingen.

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Frauen sollten sich trauen, Karriere zu machen und auf verstärkt Führungspositionen anzustreben. Dies meint jedenfalls Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftlichen Zentrums in Berlin und Gast beim Schulforum am 13. März in der Stadthalle Eislingen.  Foto: 

Informationen für Karriere und Berufswegeplanung für junge Frauen gibt Professorin Jutta Allmendinger beim Schulforum, das am 13. März in der Stadthalle Eislingen von der Kreissparkasse, der Kaufmännischen Schule und der NWZ veranstaltet wird. Auch wenn die prominente Referentin in erster Linie Schülerinnen und Studentinnen ansprechen will, sind auch Schüler, Studenten, Eltern, Ausbilder und alle interessierten Menschen jeden Alters willkommen.

Finanzielle Unabhängigkeit, Beruf, Kinder und gute Freunde - das alles wollen junge Frauen in Deutschland. Gut zu verdienen und finanziell unabhängig zu sein, ist ihnen besonders wichtig. Immer mehr junge Männer wünschen sich eine Partnerin, die ökonomisch auf eigenen Beinen steht.

"Der Wertewandel der Männer ist eindrucksvoll", sagt Jutta Allmendinger, die wissenschaftliche Leiterin der Studie "Frauen auf dem Sprung - das Update 2013" und Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin. Dennoch stünden die Frauen enorm unter Druck. Neben ihrem Beruf leisteten sie zu Hause weiterhin die meiste Arbeit. Damit Frauen sich jedoch in Führungspositionen vorarbeiten können, sei es erforderlich, Erwerbsarbeit und unbezahlte Familienarbeit zwischen Frauen und Männern fairer zu verteilen. An der Zeitfrage werde sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie entscheiden, ist Allmendinger überzeugt. Für die Studie waren 501 Frauen und Männer zwischen 21 und 34 Jahren zu ihren Lebensentwürfen gefragt worden, die bereits 2010 und 2007 Auskunft gegeben hatten.

Der Wunsch, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen, ist laut der Studie ungebrochen hoch: 91 Prozent der befragten Frauen sind Erwerbsarbeit und eigenes Geld sehr wichtig. Selbst wenn Frauen eine Familie gegründet und Kinder bekommen haben, weichen sie nicht von ihren Werten und Einstellungen ab. Sie bleiben auf Erwerbsarbeit orientiert. Diese erachten sie als selbstverständlich, heute noch stärker als vor fünf Jahren.

Um Familie und Karriere besser unter einen Hut zu bekommen, plädiert die Professorin dafür, dass Frauen mehr von zu Hause aus arbeiten können und dann in die Firma gehen, wenn ihre Kinder betreut sind - zum Beispiel im Kindergarten.

Allmendinger ist selbst Mutter eines 16-jährigen Sohnes, hat deshalb aber so gut wie keine berufliche Auszeit genommen. In ihrem Vortrag in Eislingen will Allmendinger junge Menschen bestärken ihren Weg zu gehen. Sie bezieht dabei eindeutig Position: Wer in eine Führungsposition will, sollte das früh entscheiden und nicht erst zwischen 30 und 50 Jahren.

Allmendingers direkte Art macht jeden ihrer Vorträge für die Zuhörer zu einem Erlebnis . "Frauen, lernt Zigarren rauchen", fordert sie oder provoziert: "Der Heiratsmarkt ist für Frauen immer noch lukrativer als der Arbeitsmarkt."

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