Schulen auf der Kippe: Konzept gefordert

In die Haier- und die Ursenwangschule wurden Millionen investiert, weitere sollen folgen. Doch die Schulen stehen auf der Kippe. Bezirksbeiräte fordern ein Zukunftskonzept.

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Die Haierschule in Faurndau und die Ursenwangschule waren der Stadt Göppingen in den vergangenen sechs Jahren viel Geld wert - auch wenn es Zuschüsse gab. In Ursenwang wurden unter anderem Beton saniert, Dach und Wärmedämmung erneuert, Rettungswege gesichert, die Elektroanlage saniert und eine Brandmeldeanlage eingebaut. Die Gesamtkosten summieren sich auf 3,6 Millionen Euro. In die Haierschule flossen im gleichen Zeitraum 2,9 Millionen Euro, unter anderem für Brandschutz, Asbestsanierung und den Umbau im ehemaligen Haierbad. Diese Zahlen werden heute dem Gemeinderatsausschuss vorgelegt.

Das Ende der Fahnenstange ist damit aber noch nicht erreicht. In Ursenwang müssen noch alle Fenster ausgetauscht werden, aber auch die Leitungsnetze für Wasser, Abwasser und Strom. In Faurndau steht die energetische Sanierung von Fassade, Fenster, Dächern im Schulgebäude und im angrenzenden ehemaligen Haierbad an. Die Böden und Decken müssen ebenso erneuert werden wie Heizung und Elektrokabel.

Die Summen, die für diese Arbeiten benötigt werden, liegen im Dunkeln. Genauso ungewiss ist aber, ob diese Grund- und Werkrealschulen ihre Sekundarstufe halten können. Beide hatten in den vergangenen Jahren kaum noch Anmeldungen. Sollte das so bleiben, werden die Behörden die Auflösung anordnen. Der Leiter des Staatlichen Schulamts prophezeit, dass Werkrealschulen im Kreis langfristig keine Chance haben werden.

Umwandlung in Gemeinschaftsschule abgelehnt

Das Bemerkenswerte: Für beide Schulen hat der Göppinger Gemeinderat eine Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule abgelehnt. Vor allem im Fall der Haierschule war dieser Beschluss umstritten und fiel nach emotionalen Grundsatzdebatten über die neue Schulart.

Was bedeutet der Beschluss für die beiden Schulen und die dorthin geflossenen Millioneninvestitionen? Im Faurndauer Bezirksbeirat forderte jetzt beispielsweise Herbert Schweikardt (SPD), die Göppinger Schulverwaltung solle in dem Gremium ein Konzept vorstellen: "Spätestens im April wollen wir wissen, was mit der Haierschule passiert", sagte der Sozialdemokrat. Die Verwaltung solle "Farbe bekennen". In Faurndau kursieren allerlei Gerüchte, meinte Schweikardt.

Ingrid Stotz, die Schulleiterin an der Haierschule, trauert dem "unguten Beschluss" des Gemeinderats nach. Sie ist noch immer überzeugt, dass die Haierschule als Gemeinschaftsschule eine Zukunft gehabt hätte. Die Voraussetzungen wären ideal gewesen, meint die Schulleiterin und hofft auf einen zweiten Anlauf. Bis dahin werde sie alle Anstrengungen unternehmen, einen weiteren Rückgang der Schülerzahl zu verhindern. Es komme auf den Geist einer Schule an, da brauche sich die Werkrealschule nicht verstecken: "Wir machen Top-Arbeit", sagt Ingrid Stotz. Das sei auch mehrfach bestätigt worden.

Achim Miller, Elternbeiratsvorsitzender am Haier, sorgt sich auch um den Schulstandort Faurndau insgesamt und hofft, die Werkrealschule noch zu stärken. "Wenn wir es schaffen könnten, dass alle Schüler von der Grundschule gleich in die für ihre Begabung richtige weiterführende Sekundarstufe wechselten, hätte die Werkrealschule am Haier kein Problem, die notwendige Schülerzahl zu erreichen." Handwerk und Industrie seien auf begabte Praktiker angewiesen.


Kommentar Schulsanierung: Geld fließt, Konzept fehlt

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