Schule eingeweiht

Nach über drei Jahren Bauzeit wird am 11. Mai 1962 die neue Kaufmännische Berufsschule an der Jebenhäuser Straße eingeweiht. Heute beherbergt das Gebäude das Werner-Heisenberg-Gymnasium.

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Klar gegliedert erhob sich vor 50 Jahren der Neubau der Kaufmännischen Berufsschule an der Ecke Jahn- und Jebenhäuser Straße. Foto: Archiv

Auf dem Gelände am "Walfischkeller" bei der Jebenhäuser Brücke wird ein weiteres großes und repräsentatives Schulgebäude seiner Bestimmung übergeben, wie die NWZ vom 12. Mai 1962 berichtete: der Neubau der Kaufmännischen Berufsschule mit einer Turnhalle und Räumen für sechs Volksschulklassen.

Bis dahin waren die kaufmännischen Klassen mit ihren 900 Schülern dezentral im Freihofgymnasium, im Spritzenhaus und in der Uhland-Mittelschule verteilt untergebracht. Vor 50 Jahren bekamen sie einen Neubau. Im kompletten Erdgeschoss wurde übergangsweise eine Volksschule untergebracht, um den Kleinen einen langen, gefährlichen Schulweg zu ersparen. Eine eigene Südstadt-Volksschule war 1962 bereits in Planung. Bei der Schulhauseinweihung erklärt OB Dr. König , das Nachkriegsproblem "Schulraumnot" könne als gelöst gelten. Jetzt stehen nur noch Schulneubauten in den Göppinger Außenbezirken an.

Der Kaufmännischen Schule standen in drei Stockwerken zwölf Klassenzimmer und zehn Sonderräume zur Verfügung. Darunter befinden sich eine Bücherei, ein Handarbeitsraum, ein Musikraum und - sozusagen als Herzstück - ein modern ausgestatteter Schreibmaschinenraum, in dessen Boden Steckdosen für den Anschluss elektrischer Maschinen eingelassen waren - damals ein Novum. Eine Sprechanlage verband Rektorat und Lehrerzimmer mit sämtlichen Räumen des weitverzweigten Bauwerkes. Der Gymnastiksaal und die darüberliegende Turnhalle waren sehr zweckmäßig ausgestattet.

Der Bau hat ein Stahlbetonskelett. Zahlreiche Blumenkästen zierten damals noch die Eingangshalle des Schulhaus-Neubaus. Auch an künstlerischen Schmuck wurde gedacht. Ein von Hermann Schwahn aus Hohenstaufen erschaffener "fliegender Merkur" mit Erdkugel aus Keramiksteinen steht vor der Fassade zur Jebenhäuser Straße.

Der Bauplatz stellte an die Planer erhebliche Anforderungen, liegt doch die Jahnstraße zehn Meter tiefer als die Lessingstraße und zwischen diesen beiden Verkehrswegen befindet sich das Baugelände. Der Höhenunterschied wurde mit dem Eingangsgebäude, mit Turnhallenbau und Hausmeisterwohnung überbrückt. Die Planung sah für folgenden Jahre einen Erweiterungsbau zur Jahnstraße hin vor, um auch die Wirtschaftsoberschule und die Höhere Handelsschule aus dem alten Gemäuer der Grabenstraße herausnehmen zu können.

Seit 1974 ist in den Gebäuden das Werner-Heisenberg-Gymnasium zuhause, dessen Namensgeber zur Eröffnung damals persönlich anwesend war.

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