Schüler nicht hängen lassen

Der Kreis Göppingen ist zahlenmäßig vergleichsweise gut mit Schulsozialarbeitern versorgt. Erfolge und Probleme sind auch in der Kreispolitik ein Thema.

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Es ist noch gar nicht lange her, da waren Schulsozialarbeiter lediglich an so genannten Brennpunktschulen zu finden. Zielgruppen waren vor allem benachteiligte Jugendliche, die häufig über die Stränge schlagen oder mit besonderen sozialen Problemen zu kämpfen haben. Innerhalb weniger Jahre hat sich das Bild gewandelt. Mittlerweile sind praktisch an jeder Schule im Landkreis Göppingen Sozialarbeiter mit allerdings ganz unterschiedlichen Stundenkontingenten erreichbar. Lediglich an den beruflichen Schulen wird ihre Arbeit noch nicht gefördert.

Schaut man die reinen Zahlen an, liegt der Landkreis leicht über dem landesweiten Durchschnitt. 0,48 Vollzeitstellen kommen an den Schulen im Stauferkreis auf 1000 Schüler, im Landesdurchschnitt sind es 0,44. Die Zahlen zeigen allerdings auch: Es ist noch Luft nach oben. Und seit das Land in die Finanzierung dieser Arbeit eingestiegen ist, eröffnen sich weitere Perspektiven, berichtete Lothar Hilger, Leiter des Kreisjugendamtes. Er betonte, dass die Sozialpädagogen an den Schulen meist vorbeugende Arbeit leisten.

Im Jugendhilfeausschuss berichteten kürzlich einige Praktiker aus den Schulen über ihre Erfahrungen und ihre Ziele. "Die qualitative Arbeit der Schulsozialarbeit" stand auf dem Plan. Deutlich wurde: Die Ausprägungen können von Schule zu Schule ganz unterschiedlich sein - je nachdem, welche Bedürfnisse die Kinder und Jugendlichen an der jeweiligen Einrichtung haben.

Klar wurde auch: Ein großes Thema mit zunehmender Brisanz ist das Thema Mobbing - "und zwar bei allen Schülern, egal welchen Alters und welcher Nationalität", berichtete eine Schulsozialarbeiterin. Mobbing findet immer häufiger nicht nur auf den Schulfluren, sondern auch im Netz statt. Die Beratung der Schüler zu diesem Themenbereich nimmt stetig zu. Das gilt auch für das weitere immer akutere Problem: Schulangst. Kinder oder Eltern wenden sich an die Fachleute, wenn sienicht mehr weiter wissen. Die Mehrzahl der Aktivitäten bezieht sich aber nicht auf akute Probleme, sondern haben ein gutes Schulklima im weitesten Sinne zum Gegenstand. Die Liste der Aktivitäten an den Schulen im Kreis füllt mehr als fünf eng beschriebene Seiten. Gruppenarbeit zur Gewalt- oder Suchtvorbeugung gehört genauso dazu, wie offene Angebote. Am Beispiel von Baumkletterkursen schilderte eine Schulsozialarbeiterin anschaulich, wie erlebnispädagogische Angebote sich auf den Zusammenhalt von Jugendlichen positiv auswirken können.

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