Schon Barbarossa hat den Streuobstbau gefördert

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Die Geschichte des Obstanbaus in Mitteleuropa reicht sehr weit zurück: Während die Römer die ersten Kulturformen der Obstbäume einführten, wurden diese später vor allem durch mittelalterliche Klöster weitergezüchtet. Im Umfeld dieser Klöster entstanden auch die ersten Obstwiesen, die im Laufe der Zeit schließlich fester Bestandteil der Landwirtschaft wurden. Bereits im Mittelalter sei der Obstbau durch etliche Herrscher - wie Kaiser Friedrich I. Barbarossa - gefördert und geschützt worden, heißt es in literarischen Quellen.

Ab dem 18. Jahrhundert gewannen die klassischen Streuobstwiesen, die sich aus verstreut stehenden hochstämmigen Obstbäumen zusammensetzen, zunehmend an Bedeutung. Rund 250 Jahre später trat dann jedoch die Kehrtwende ein: In Deutschland hatte hauptsächlich der "Emser Beschluss" des Bundesernährungsministeriums von 1953, der den Streuobstanbau als "wirtschaftlich unrentabel" einstufte und den Plantagenanbau förderte, für den Streuobstwiesenbestand katastrophale Folgen.

Nach Informationen des Nabu sind dadurch in Baden-Württemberg von 1957 bis 1974 rund 14 000 Hektar Streuobstfläche mit finanzieller Unterstützung des Landes gerodet worden. Zwar vollzog sich ab den 80er Jahren ein geistiger Wandel und es wurden einige Initiativen und Projekte zum Schutz und Erhalt der Streuobstbestände ins Leben gerufen - jedoch sind die Streuobstflächen, die für tausende Tier- und Pflanzenarten einen wichtigen Lebensraum bieten, aufgrund praktizierter Bau- und Siedlungspolitik und marktwirtschaftlicher Aspekte weiter rückläufig. Laut NABU-Schätzungen verzeichnet Deutschland nur noch einen Streuobstbestand von knapp 400 000 Hektar - nahezu die Hälfte davon in Baden-Württemberg.

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