Schönheitskur für strapazierte Räume

Wegen starker Frequentierung zu Kursen im Rahmen der "Interkulturellen Dienste" hat das Inventar im Awo-Haus stark gelitten. Mit Spenden aus der NWZ-Aktion soll das Nötigste renoviert werden.

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Die Räume für Integrationskurse im Awo-Haus in der Rosenstraße brauchen dringen Ersatz für zerschlissene Fußböden und Mobiliar. Foto: Sabine Ackermann

Die Geschichte der Migrantenbetreuung bei der Arbeiterwohlfahrt im Kreis ist lang. Nachdem 1970 die Awo anlässlich des Bestehens ihres Sozialdienstes zur ersten und einzigen Anlaufstelle für Migranten aus der Türkei sowie aus dem ehemaligen Jugoslawien wurde, setzte die Organisation in den achtziger Jahren den Schwerpunkt auf Frauenarbeit und Integration. "Insofern legten wir mit den interkulturellen Diensten den Grundstein für einen wichtigen Aufgabenbereich des Kreisverbands der Awo Göppingen. Und weil Integration nur mittels Sprache zu erreichen ist, sehen wir damals wie heute den Fokus besonders in der Sprachausbildung für Frauen", betont Geschäftsführer Jürgen Hamann. Die Awo verfügt über eine fundierte Praxiserfahrung, bei Sprach- und Alphabetisierungskursen.

Derzeit besuchen 180 Teilnehmer in Ebersbach, Göppingen und Salach insgesamt vier Frauen-, beziehungsweise Eltern-Integrationskurse, drei Integrationskurse mit Alphabetisierung, zwei Aufbau-Sprachkurse sowie einen Abendkurs für Berufstätige. Drei weitere Kurse sind geplant und mit Donzdorf steht ein vierter Lernort gleichfalls in den Startlöchern. Nach den neuen Richtlinien des Bundesamts (seit 2009) beinhalten die speziellen Kurse 900, Deutschkurse 1200 und Orientierungskurse 45 Unterrichtsstunden und dauern zwischen ein und zwei Jahren. Vorrangig geht es nicht nur allein um ausreichende Deutschkenntnisse. Die Frauen lernen außerdem, wie sie sich bei Behörden, Kommunen oder bei Elternabenden in Kindergärten und Schulen sicherer bewegen können. "Dabei stärken sie ihr Selbstwertgefühl und haben nicht zuletzt deswegen ein größeres Interesse für weitere Erwachsenenbildung. Vor allem bei den türkischen Frauen ist die Resonanz einen Sprachkurs zu besuchen, so stark wie nie zuvor, wobei ein wichtiger Aspekt die Kinderbetreuung ist", wissen die beiden Organisatorinnen Melek Kandilli und Gönül Sebibucin aus Erfahrung. Letztere kam 1965 selbst nach Göppingen und arbeitet seit 40 Jahren bei der Awo als Sprachlehrerin.

Ein Großteil der acht bis zwölf Integrations- Orientierungs- und Alphabetisierungskurse finden direkt im Awo Gebäude in der Göppinger Rosenstraße statt, was insofern einen Durchlauf von 200 bis 300 Besuchern pro Woche bedeutet. Dementsprechend und aufgrund des häufigen Stühlerückens haben die Jahrzehnte alten Fußbodenbeläge in den Kursräumen stark gelitten. Gleichfalls notwendig ist neues Mobiliar nebst Renovierung in den Teeküchen, welche nicht minder häufig in Anspruch genommen werden. Auch im Erdgeschoss müssen Küchenzeilen inklusive Sanitäranschlüsse und Toiletten renoviert respektive erneuert werden. "Da es keine finanziellen Zuschüsse gibt, muss die Arbeiterwohlfahrt diese dringend erforderlichen Anschaffungen oder Renovierungsarbeiten aus eigenen Kräften stemmen. Um die Kosten so gering wie möglich zu halten, werden alle Arbeiten, bei denen es keine speziellen Handwerker braucht, selbst erledigt", betont Jürgen Hamann und fügt hinzu: "Die 4000 Euro aus dem Spendentopf der Guten Taten dienen in erster Linie den Ersatzbeschaffungen sowie dem Arbeitsmaterial."

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