Schönheitskur für Bahnhöfe

Nach jahrelangem Planen und vielen Rückschlägen kann die Sanierung der Bahnhöfe im Filstal weitergehen. Einziger Wermutstropfen: Fließen die Zuschüsse vom Land nicht rechtzeitig, springt der Kreis ein.

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Die Aufzüge am Eislinger Bahnhof sind schon eine Weile in Betrieb. Nun wird die Station - ebenso wie sieben andere im Filstal - noch saniert und modernisiert. Im Landratsamt ist man erleichert - über die Schönheitskur wird seit nunmehr 15 Jahren diskutiert. Foto: Giacinto Carlucci

"Wir sind wirklich froh, dass die Kuh vom Eis ist." Dem Kreisverkehrsplaner Jörg-Michael Wienecke fällt ein Stein vom Herzen: Die Sanierung von acht Bahnhöfen im Filstal kann weitergehen. Dazu musste der Kreistag jedoch zustimmen, im Falle eines Falles einzuspringen, sollte das Land die zugesagten Zuschüsse nicht rechtzeitig überweisen. "Das ist eine Absicherung der Deutschen Bahn gegenüber säumigen Zahlern", erklärt Wienecke. "Aber wir hoffen, dass der ,worst case nicht eintritt und der Landkreis nicht gefordert sein wird. Aber Garantien gibt es nicht." Die Bahn habe jedenfalls versichert, dass derzeit die Fördermittel problemlos ausbezahlt werden. Insgesamt geht es um fünf Millionen Euro - ohne den Bahnhof Reichenbach/Fils, für den der Nachbarkreis Esslingen zuständig ist.

Den Beschluss, das Risiko der Vorfinanzierung zu übernehmen, hatte der Kreistag im Juli 2007 schon einmal gefasst. Damals hatte sich der Landkreis vertraglich verpflichtet, den Finanzierungsanteil des Landes in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro bei Bedarf vorzustrecken. Mittlerweile liegt die Fördersumme bei fünf Millionen Euro, weil zum Beispiel der Bahnhof Uhingen zusätzlich in das Sanierungsprogramm aufgenommen wurde und die Bahnsteige auf eine Höhe von 76 Zentimetern gebracht werden, um einen späteren S-Bahn-Betrieb zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang hätten sich die Finanzierungsanteile zwischen Bund und Land erheblich verschoben, erklärt der Kreisverkehrsplaner. Jörg-Michael Wienecke warb im Kreistag um Zustimmung: "Der Zeitplan ist inzwischen sehr eng. Wir müssen in die Gänge kommen, damit die Zeitfenster eingehalten werden können." Zudem werde die Bahnhofssanierung noch nach dem alten Satz mit 85 Prozent gefördert - "das wäre heute nicht mehr drin. Wenn wir die Stationen zu diesen Konditionen umbauen könnten, wäre das super", meinte Wienecke. Die Mehrheit des Göppinger Kreistags sah dies genauso und stimmte der Vorfinanzierung zu.

Der Kreisverkehrsplaner machte kein Hehl daraus, wie sehr ihn die unendliche Geschichte nervt: "Das ist wirklich ein Jammer und ein Trauerspiel, wie lange sich das hinzieht." Nach beinahe 15 Jahren des Planens und Verhandelns sowie des Feilschens um die Finanzierung war im September 2010 der Startschuss für die Modernisierung der Bahnhöfe in acht Kommunen gefallen. Die Freude währte jedoch nur kurz: Im Sommer mussten die Städte und Gemeinden einen neuen Rückschlag verkraften, das Sanierungsprogramm geriet ins Stocken. Die Deutsche Bahn nannte umfangreiche Planänderungen als Ursache. Dadurch verschieben sich die Arbeiten von 2011 auf 2012 beziehungsweise von 2012 auf 2013.

Acht Bahnhöfe werden auf Vordermann gebracht: Reichenbach/Fils, Ebersbach, Uhingen, Faurndau, Eislingen, Salach, Süßen und Kuchen. "Los gehts jetzt in Ebersbach", sagt Wienecke. Dann werden die Stationen - in Koordination mit den Lärmschutz-Arbeiten - Stück für Stück verschönert.

Neben mehr Komfort durch höhere Bahnsteige will die Bahn für mehr Aufenthaltsqualität sorgen, beispielsweise durch einen Wetterschutz und Sitzgelegenheiten. Auch neue Informationstafeln sind geplant. Die Aufzüge in Eislingen, Süßen und Ebersbach laufen bereits - sie waren mit Geld aus dem Konjunkturpaket finanziert worden.

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