Schnee-Gewitter stoppt Verkehr

Ein Wintergewitter mit Schneefall hat gestern früh auf den Steilstrecken den Verkehr lahmgelegt. Die Steinenkircher Steige war mehr als fünf Stunden gesperrt, kurzzeitig die Autobahn am Aichelberg auch.

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Der Fahrer eines Kieslasters nahms auf der Steinenkircher Steige gelassen. Mehr als drei Stunden stand er gestern Morgen am Ende des Lkw-Staus, der sich bereits ab 4 Uhr auf der schneebedeckten Steilstrecke gebildet hatte - just dort, wo ein "Funkloch" keine Handy-Gespräche ermöglicht. Doch dass er zu spät an sein Ziel kommen würde, war ohnehin dem Verkehrswarnfunk zu entnehmen: Die Vollsperrung dauerte bis 9.40 Uhr. Schuld daran war ein Sattelzug, der ein paar Hundert Meter weiter oben in der Leitplanke überm Abgrund hing. Beim Versuch, trotz durchdrehender Räder auf der glatten Straße weiterzukommen, war das Fahrzeug nach links weggerutscht. Erst als das Technische Hilfswerk anrückte, gelang es, ihn wieder flottzumachen.

Inzwischen jedoch lag auf der Steige bereits eine dicke Schneeschicht, weil auch die Räumfahrzeuge nicht mehr durchkamen. Alle nachfolgenden Lastwagen saßen fest und brauchten teilweise Abschlepphilfe. Autofahrer hingegen drehten um. Dem Fahrer eines Linienbusses gelang es, sein Gefährt wieder rückwärts die Steige hinabzumanövrieren. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass viele Brummi-Fahrer ungeachtet aller widriger Wetterverhältnisse über Matsch und Schnee "hinwegbrettern" ohne geeignete Bereifung oder Ketten.

Die Folgen kennen die Autobahnpolizisten in Mühlhausen: Kaum ist auf den Steilstrecken, wie am Aichelberg-Aufstieg der A 8, ein Lkw auf der rechten Spur hängen geblieben, überholt der nächste - und bleibt wenige Meter weiter stecken. Ein weiterer versuchts auf der dritten Spur - mit dem gleichen Effekt. Gestern kam sogar eine zusätzliche Variante hinzu: Ein Vierter wollte sich noch entlang der Mittelleitplanke "durchquetschen" - auf Eis und Schnee ein sinnloses Unterfangen.

Die Autobahn in Fahrtrichtung Ulm war wegen solcher "Viererreihen" gegen 3 Uhr komplett gesperrt. Die Straßenmeisterei hatte keine Chance mehr, die Strecke rechtzeitig abzustreuen. Das Technische Hilfswerk konnte den hängen gebliebenen Lastwagen zwar Abschlepphilfe bieten, doch blockierten in den folgenden zwei Stunden immer wieder weitere Brummis die Fahrbahnen. Einmal reichte der Stau sogar vom Aichelberg bis nach Kirchheim zurück. Als der Berufsverkehr einsetzte, war der winterliche Spuk vorbei. Nach den Messungen der Wetterwarte Stötten warens nur zwölf Zentimeter Schnee, die dies ausgelöst haben.

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