Schillerndes Michael-Jackson-Spektakel

„Remember“? Zumindest in der Erinnerung lebt der King of Pop weiter. „Black or White, mit der fulminanten Bühnenshow trafen die Macher voll ins Schwarze.

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»Black or White«: Mit einer vom Publikum gefeierten Michael-Jackson-Show endeten die Adelberger Klosterfestspiele. Wegen Unwetterwarnungen fand die Aufführung nicht auf der Klosterwiese, sondern in der Göppinger Stadthalle statt.  Foto: 

Hätte, hätte, Fahrradkette . . . hätte man die Veranstaltung wie geplant open air auf der Adelberger Klosterwiese durchgezogen, hätte es höchstwahrscheinlich geregnet. Bereits am frühen Morgen prophezeiten die Wetterdienste Gewitter, Hagel und Starkregen. „Wir können da einfach kein Risiko eingehen. Die Zuschauertribüne besteht zum Teil aus Metallstäben, nicht auszudenken, wenn da der Blitz einschlägt“, sagte Carmen Marquardt, Bürgermeisterin und Vorsitzende des Kultur- und Kunstvereins Adelberg. Wird freilich Niederschlag angekündigt, bleibt es ja meistens trocken, so wie beim Abschlussabend der Klosterfestspiele. Doch was sich dann im Innern der Stadthalle Göppingen abspielte, war alles andere als öde und langweilig. Stemmt der harte Kern der Kulturschaffenden von jeher die Freilichtspiele im Kloster Adelberg, wurde ihr Mut, mit der Revival-Show „Black or White – A Tribute to Michael Jackson“ mal etwas Außergewöhnliches zu präsentieren, mit begeistertem Beifall und stehenden Ovationen der vorwiegend älteren Zuschauer belohnt.

Quasi ohne große Aufwärmzeit, marschierte das Double des King of Pop zusammen mit zehn Tänzern in wilden Fantasieuniformen zu „They don't care about us“ im Stechschritt über die Bühne. Flammen lodern auf, rasante Lichteffekte in allen Bonbonfarben wirbeln mal mit, mal ohne Nebel oder Wind über die stark aufspielende vierköpfige Live-Band und . . . dann kam er: Csaba Horvát als Michael Jackson. Wenngleich dem 32-jährigen Ungarn die Fragilität des unvergessenen Sängers und Tänzers fehlt, ist er sofort omnipräsent. Fesselt mit Mimik, Gestik, Tanzstil, Gesang, einschließlich seines perfekten Griffs in den Schritt – alles passt hervorragend zusammen und wirkt bei aller Kopie doch recht authentisch. Denn wie bei Elvis Presley oder Amy Winehouse, so kann es auch bei der 2009 verstorbenen Legende nur einen geben.

Gleichwohl, als Jacksons legendärer Moonwalk die Bühne erobert und wie seinerzeit beim Original zum ersten Mal bei „Billy Jean“ gezeigt wird und Csaba Horvát mit Glitzerhandschuhen tanzt und singt, ist es fast ein bisschen wie früher. Recht beliebig reihen sich Hits wie „Dangerous“, „Human Nature“, „Smooth Criminal“, „Bad“, „Beat it“ oder „Black or White“ und nicht zu vergessen „Thriller“, inklusive stilechter Zombies aneinander. Originale Videoeinspielungen wie bisweilen bei „Dirty Diana“ oder „Man in the Mirror“, sorgen hie und da für Gänsehaut.

Csaba Horvát, mit großen Gesten für die von ihm live gesungen Hits zuständig, verzaubert sein Publikum mit komplexer Choreographie und ausgeklügelter Performance, nimmt es mit auf Zeitreise. Ob akrobatische Tanzeinlagen der durchweg fantastischen Tänzer, ägyptisches Flair bei „Remember“ oder die ständig wechselnden, typischen Michael-Jackson-Kostüme, die Mischung war einfach top.

Selbst die kurzen Erholungspausen, in denen Horvat hinter der Bühne verschwand, um anschließend mit genügend Luft sowie neuem Outfit wieder loszulegen, waren vom Feinsten. Denn dann unterhielten die beiden Sänger und Moderatoren Jimi Carrow und Monia Krüchten mit von Soul geprägten Frühwerken Michael Jacksons sowie der Jackson Five. Und das taten sie ebenso stimmgewaltig, allerdings mit weniger Effekthascherei. Ein zweistündiges multimediales Showerlebnis, das zweifelsfrei alle Sinne durchströmte und, geht es nach Maren und Achim Glaser aus Adelberg, dort so oder in ähnlicher Form gerne wieder kommen darf.

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