Schick: Bestellen per Katalog Ausstellung zeigt Geschichte des Versandhauses "Quelle"

Mit den Hausfrauen aus der Nachbarschaft fing alles an. Sie waren es, die Gustav Schickedanz auf die Idee seines Lebens brachten. Eine Ausstellung erzählt die Geschichte von Schickedanz Weltkonzern.

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Eine Quellomat-Waschmaschine war einst äußerst schick und modern.

Gustav Schickedanz war schon früh erfolgreich: Er konnte mit seinem 1922 gegründeten Unternehmen, das den Einzelhandel der Region mit Kurzwaren belieferte, bereits nach wenigen Jahren große Erfolge verbuchen. Doch erst als die Frauen aus der Nachbarschaft bei ihm Waren bestellen wollten, ohne den Weg ins Geschäft zu gehen, wurde die Idee geboren, die aus Schickedanz kleinem Unternehmen einen Weltkonzern machte: 1927 gründete der Franke das Versandhandelsimperium "Quelle". Die Idee war denkbar einfach: Die Menschen sollten "an der Quelle" kaufen können - und das äußerst preiswert. "Der Aufstieg war ihm sicher, denn das Konzept stimmte", sagte die Kuratorin der Ausstellung im Nürnberger Museum Industriekultur, Regine Franzke. "Quelle" wuchs zu einem Imperium mit Millionen Kunden auf der ganzen Welt heran.

Doch so sollte es nicht ewig bleiben: Als sich in den 90er Jahren das Kaufverhalten der Menschen mit der wachsenden Verbreitung des Internets änderte, konnte auch eine Fusion mit Karstadt nichts mehr retten. 2010 ging Schickedanz" Versandhaus in die Insolvenz.

Dem Museum Industriekultur gelang es, Teile des Firmenarchivs, eine umfangreiche Katalogsammlung und zahlreiche Quelle-Produkte vor dem Untergang zu bewahren. Die Ausstellung dieser Stücke verschafft den Besuchern einen Einblick in die Zeit, in der es noch als etwas Besonderes galt, wenn Waren bereits sechs Tage nach der Bestellung auf Reisen gingen.

"Quelle"-Kataloge aus den Anfangsjahren und alte Werbefilme des Versandhauses zeigen, welche Produkte die Herzen der Menschen in den 50er und 60er Jahren höherschlagen ließen. Elektroroller, Nähmaschinen, Fotoapparate und Kühlschränke: Ausstellungsstücke aus der Geschichte des Konzerns lassen auch den Zeitgeist vergangener Jahrzehnte wieder aufleben.

Frühere "Quelle"-Mitarbeiter sind in die Ausstellung mit einbezogen worden. Rund 170 Porträtaufnahmen von ehemaligen Beschäftigten hängen an den Wänden. Darunter Briefe, in denen die Mitarbeiter schildern, wie sie die Veränderungen des Konzerns und seinen Niedergang miterlebten. Info Bis zum 23. September ist die Ausstellung "Meine Quelle. Die Geschichte eines fränkischen Weltkonzerns" in Nürnberg zu sehen.

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