Schausteller William-Mike Clare: Herr über den Booster (10)

In siebter Generation ist der 22-jährige William-Mike Clare aus Hannover schon als Schausteller unterwegs. Mit dem Booster ist er in Göppingen das erste Mal dabei.

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Der 22-jährige William-Mike Clare aus Hannover ist auf dem Rummel des Göppinger Maientags dieses Jahr zum ersten Mal mit dem Booster vertreten.  Foto: 

Zu dritt steht William-Mike Clare mit zwei seiner Helfer auf einem Anhänger eines Lastwagens. Gemeinsam sichern sie auf dem Parkplatz hinter der EWS-Arena ein Teilstück, an dem später die Rückwand des Fahrgeschäfts Booster angebracht werden soll. Kurz darauf wird es von einem Kran angehoben und an seinen Bestimmungsort gebracht. „Wir haben vier Haupttransporte – also große LKW, die nur für das Karussell zuständig sind“, sagt der 22 Jahre alte Schausteller. Innerhalb von zwei Tagen sei der Booster aufgebaut. Am Dienstag wurde begonnen – Mittwochabend soll das Fahrgeschäft schon so weit sein, dass zum Start des Rummels am Freitagnachmittag die ersten Gäste einsteigen können. Das optimale Aufbauwetter sei für die Aussteller 18 bis 24 Grad mit Sonne-Wolken-Mix. „Zu viel Sonne aufm Kopf ist auch nicht gut. Sonst sieht man abends alles in orange und rosa.“

Zwar sei der Booster seit seiner Entstehung 1995 schon bis nach China gefahren, in Göppingen war er aber noch nicht. „Wir haben uns immer wieder beworben, aber wohl nie so richtig ins Konzept gepasst“, erzählt Clare. In diesem Jahr hat es aber geklappt.

In siebter Generation ist der junge Mann aus Hannover schon für seine Schausteller-Familie unterwegs. Den Betrieb führt sein Onkel Mike Ahrend. „Seit ich 10 Jahre alt war, war ich im Beisein meines Vaters schon fest dabei und bin seit vier Jahren ganz allein.“ Alle in der Familie hätten sich bisher für das Schaustellerleben entschieden. Den Anstoß gab damals Clares Ururgroßvater: „Er hat damals unser erstes Karussell selbst gebaut, um ein bisschen Leben ins Dorf zu bringen.“

Clare selbst ist aber nicht nur als Schausteller unterwegs: Mit seiner Firma ist der gelernte Elektroinstallateur auch für Werbe-, Industrie-, Immobilien- sowie Kirmes- und Freizeitpark-Beleuchtung tätig.

„Dadurch, dass immer mehr Neuheiten auf den Markt kommen, muss man sich immer wieder neu erfinden“, erklärt Clare. Mittlerweile gebe es in Deutschland mehr Fahrgeschäfte als Veranstaltungen. Zu Anfangszeiten sei der Booster 25 Mal im Jahr unterwegs gewesen. Heute sind es nur noch acht Mal. Dafür leuchten bei abendlichen Showfahrten inzwischen 8500 Lichter auf. „À la Star Trek, nur ein bisschen verschärfter“, sei die Attraktion des Boosters, der mit abgewandelten Formen der Science-Fiction-Charaktere besprüht ist. Die Tonbänder, die Lichtshow und das Thema sind aufeinander abgestimmt: „Wenn man aus der rechten Box ein Raumschiff hört, dann leuchtet dort was und da kommt dann auch der Rauch her.“

Bei maximaler Geschwindigkeit drehe sich der Booster bis zu 100 bis 120 Kilometer pro Stunde. „Das ist wie Formel 1 fahren“, meint William-Mike Clare. „Das vierfache Gewicht wird auf den Körper gedrückt.“ Vierzig Personen können gleichzeitig mit dem Karussell fahren, bei dem sich die vier Gondeln entgegen der Bodenscheibe drehen. „Dann fährt die Platte senkrecht nach oben, dass die Spitze 17 Meter hoch ist. Eine Fahrt dauert dreieinhalb bis vier Minuten“, erklärt er.

Jede Runde sei vom Ablauf zwar gleich, aber doch immer anders. „Es gibt Fahrgäste, die heben nicht mal die Hand und zeigen so, dass sie raus wollen. Andere sagen beim Chip-Kauf schon, dass sie eine schnelle Runde wollen.“ Kinder dürften ab einem Alter von acht Jahren mitfahren. Allerdings nur in Begleitung von Erwachsenen, weil sie dadurch weniger Angst bekämen. Ab zehn Jahren dürfen sie aber schon alleine rein.

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