Schausteller Rudolf Barth und die Wilde Maus (12)

Der 57-jährige Schausteller Rudolf Barth hat die Achterbahn „Wilde Maus“ vor 18 Jahren übernommen und ist jedes Jahr auf dem Maientag dabei.

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    Der 57-jährige Rudolf Barth aus Bonn wollte nie etwas anderes sein als Schausteller. Foto: 
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Ein Traditionselement ist die „Wilde Maus“ mittlerweile auf dem Göppinger Maientag. Seit 1999 findet man die kleine Achterbahn dort jedes Jahr, so auch diese Festsaison. Rudolf Barth hat das Fahrgeschäft von seiner Familie vor 18 Jahren übernommen. „Die ‚Wilde Maus‘ gab es in den Fünfziger-, Sechzigerjahren mal aus Holz. Anfang der Neunziger wurde sie aus Eisen nachgebaut. Bis heute ist die ein super Erfolg“, berichtet der 57-Jährige.

Er tourt mit der Bahn durch ganz Deutschland, nach dem Maientag gehe es direkt im Anschluss nach Vaihingen weiter. „Viele Plätze in Deutschland sind schlechter geworden“, sagt Barth. Damit meint er: „Es bleibt nix über“. In Göppingen sei das zum Glück noch anders. „Wenn man immer mehr rechnen muss, macht es keinen Spaß.“

Das Schaustellergeschäft ist nicht gerade günstig. Allein die Transportkosten der „Wilden Maus“ würden pro 100 Kilometer über 1000 Euro betragen. Zum Aufbauen bräuchte man einen Kran und man müsse auch den Wohn- und Mannschaftswagen immer mittransportieren.

Trotz allem habe sich Barth nie gewünscht, etwas anderes zu machen. Er kommt aus einer alten Schaustellerfamilie und ist seit 1982 selbstständig. Sein Opa habe mit Autoscootern angefangen, und jedem seiner Kinder einen gegeben, als sie erwachsen waren. Sein Vater betreibe den berühmten „Olympia Looping“ auf dem Oktoberfest, der Bruder besitze einen Freizeitpark.

„Nur ein Prozent der Schaustellerkinder erlernt einen anderen Beruf“, schätzt Barth, „Wer auf der Reise geboren wurde, der stirbt auch auf der Reise.“ Früher habe er noch andere Fahrgeschäfte betrieben. Der Schausteller, der ursprünglich aus Bonn stammt, besaß ein großes Kettenkarussell und – wie sein Großvater einst – einen Autoscooter. Das Karussell habe seine Tochter übernommen. „Den Autoscooter habe ich verkauft, das hat sich nicht mehr gelohnt“, meint er.

Stressig sei so ein Leben schon, aber außerhalb der Saison habe man viel Freizeit. „Januar, Februar und vielleicht noch bis Mitte März haben wir komplett frei. Da ist bei uns jeden Tag Urlaub.“

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