Schaffer und Bartenbacher Urgestein

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Manfred Müller, den viele nur Manne nennen, ist viel im Ort auf Achse. Dabei bezeichnet er sich als „absoluten Familienmensch“. Gleich vier Generationen wohnen im Haus in Bartenbach. Der 60-Jährige hat aber nicht nur seine eigenen Interessen und die seiner Familie im Blick. Vielmehr bezeichnet er sich als „Bartenbacher Urgestein“ und engagiert sich deshalb seit vielen Jahren im Ort, übernimmt Verantwortung in ganz unterschiedlichen Bereichen. In Bartenbach ist er fast eine Institution. Im Ort erzählt man sich: Egal, wo man hinschaut, Manne Müller ist dabei.

Das Engagement liegt in der Familie: Schon sein Opa und sein Onkel hatten sich in Bartenbach eingebracht, waren Vorsitzende des Sängerkranzes, bei dem seine Mutter sang und dessen Männerchor dann bis zu dessen Auflösung auch Manfred Müller angehörte. Apropos Musik – Müller spielte lange Jahre Schlagzeug in einem Duo und singt bis heute gerne.

Seit fast zwei Jahrzehnten schlägt das Herz des Bartenbachers jedoch für den Turn- und Sportverein. Lange war er stellvertretender, seit Beginn des Jahrtausends ist er erster Vorsitzender. Besonders herausragend sei das Beachhandball-Turnier. „Wir waren 1994 die ersten in Deutschland, die die Sportart einführten“. Die Handballer des Vereines – zurzeit spielen sie in der Bezirksliga – waren damals in Italien am Strand zu einem Turnier eingeladen worden und waren so begeistert, dass sie die Idee mit unter den Hohenstaufen brachten. „Wir legten einen Sandplatz an und laden seither jedes Jahr zu einem wirklich tollen und zwischenzeitlich legendären Turnier ein“, freut sich der Ruheständler, der selbst viel Sport treibt, Volleyball spielt oder mit dem Fahrrad unterwegs ist.

Die Zahl der Mitglieder des TSV sei mit etwa 900 konstant. Und was nicht viele Vereine sagen können: Erfreulicherweise finden sich auch immer genügend Helfer, wenn es um Arbeitseinsätze oder Aufgaben geht. „Wir kennen uns. Wenn wir die Bartenbacher direkt ansprechen, bringen sie sich ein“, ist die Erfahrung des „stillen Schaffers“, der eigentlich am liebsten gar nicht so viel Aufhebens von sich machen will.

Nicht nur im Sport engagiert er sich. Seit fast 30 Jahren trägt er im Bezirksbeirat die kommunalpolitischen Entscheidungen mit. „Wir sind gut aufgestellt in Bartenbach“, freut er sich und zählt auf, was es an Infrastruktur gibt. Bedauerlich findet Müller wie die meisten anderen Bartenbacher, dass der als Bürgergenossenschaft geführte Lebensmittelladen nach einigen Jahren wieder schließen musste. Seine Frau Jutta hatte sich da engagiert. Einen Supermarkt hat der 4000-Einwohner-Ort nicht mehr, doch Müller stellt heute pragmatisch fest: „Nachdem in Rechberghausen zwei Märkte eröffnet wurden, wird ein Lebensmittelmarkt in Bartenbach wohl nicht mehr funktionieren“. Gut gelungen sei dagegen der Dorfplatz, der im vergangenen Jahr einweiht worden war. „Er ist sehr schön geworden und wir wollen ihn mit regelmäßigen Veranstaltungen beleben“. Klar, dass Müller sich auch hier wieder aktiv einbringt.

Doch nicht nur der Göppinger Vorort ist das Revier von Manfred Müller und seiner Familie. Sie engagieren sich über den Ort hinaus und übernehmen alle acht Wochen den Hüttendienst der Kornberghütte nahe Gruibingen. „Der Großvater meiner Frau war Gründungsmitglied des Vereines“, berichtet Müller und freut sich, dass auch seine Tochter Isa und ihre Familie sich mit einbringen.

Und weshalb all dies Engagement? „Ich will, dass sich Bartenbach weiterentwickelt und ein Ort zum Leben bleibt“. Schön sei es hier unterm Hohenstaufen. „Wir haben eine tolle Lage im Meerbachtal und sind gleich im Grünen“. Manfred Müller persönlich macht „es Spaß zu gestalten und Dinge auf die Beine zu stellen. „Ich muss ein Ergebnis sehen, wenn ich etwas arbeite“, sagt er. Deshalb hilft der ehemalige Mitarbeiter des Fernmeldeamtes auch einem befreundeten Fensterbauer regelmäßig bei der Arbeit. Den Kopf bekommt er frei, wenn er mit seinem Hund Rocky spazieren geht. „Da fällt mir viel ein“. Der jüngeren Generation will er die Freude am Engagement vermitteln und hat dabei die Erfahrung gemacht, „dass man sie nicht überfordern darf und ihnen Freiräume einräumen muss“.

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