Sanierung ist der Stadt viel wert

Im August soll der Startschuss für die Sanierung des Göppinger Storchen fallen. Diskutiert wurde im Rathaus jetzt über die Höhe der Kosten. Die Planer in der Verwaltung haben 2,2 Millionen Euro veranschlagt.

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Das städtische Museum Storchen wird demnächst renoviert und umgebaut: Die Stadt investiert rund 2,2 Millionen Euro. Foto: Giacinto Carlucci

Gesucht wird im Göppinger Rathaus eine preisgünstige Lösung. Doch es die für das Museum Storchen gibt, daran bestehen Zweifel. Rund 2,2 Millionen Euro haben die Planer im Baudezernat für das Vorhaben veranschlagt. Manchen Stadträten blieb da erst einmal der Mund offen stehen. Das hat einiges damit zu tun, dass es zunächst eine grobe Kostenschätzung gegeben hatte. Der Betrag lag um 700 000 Euro niedriger als jener, mit dem jetzt kalkuliert wird. Das stieß in der gemeinsamen Sitzung von Umwelt- und Verwaltungsausschuss auf Kritik. Dass der Grundsatz- und Baubeschluss, den der Gemeinderat am 3. Mai noch bestätigen muss, einstimmig gefasst wurde, hängt mit der innigen Verhältnis zusammen, das die Stadtpolitiker zu dem historischen Gebäude pflegen. Immerhin handelt es sich um eines der wenigen Fachwerkhäuser, das den großen Stadtbrand von 1782 überstanden hat, wie Oberbürgermeister Guido Till betonte.

Der Redebeitrag von CDU-Fraktionschef Felix Gerber brachte die Stimmungslage auf den Punkt. "Es geht um den Storchen, da darf man auch mal in die Tasche greifen." Auch Wolfram Feifel, Vorsitzender der Freien Wähler (VUB) im Gemeinderat, wollte keineswegs in verdacht geraten, seine Fraktion spreche sich gegen die Sanierung des Storchen aus. Feifel verwies jedoch auf die gespannte Finanzlage der Stadt und meinte: "Man darf doch wohl nachhaken. Wir sind halt erschrocken über die Kosten." Das ging den Sozialdemokraten nicht anders. Doch auch SPD- Fraktionschef Armin Roos sprach von "einem historischen Gebäude, das erhalten und sinnvoll genutzt werden soll".

Ein Sturm im Wasserglas? Nicht ganz. Die Göppinger Bürgervertreter sind gebrannte Kinder, was Kostensteigerungen angeht. "Wir haben zuletzt viel geschätzt und viel daneben geschätzt", meinte Dr. Emil Frick (Bürgerallianz) und erntete Kopfnicken im weiten Rund.

Rolf Daferner, Vorsitzender der FDP/FW-Fraktion, wollte dagegen nicht in das Klagelied einstimmen. Er erinnerte an frühere, dann aber ad acta gelegte Pläne für den Storchen, die mit drei bis vier Millionen Euro zu Buche geschlagen hätten. Und Christoph Weber, der Vorsteher der Grünen-Fraktion, bezeichnete die Beratungsvorlage der Verwaltung als "ehrlich" und gab zu bedenken: "Die Alternative zur Sanierung wäre, dass wir dieses schöne historische Gebäude für immer schließen müssen." Dazu kommt es natürlich nicht. Im Frühjahr 2014 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, das Museum danach wieder eingerichtet und neu eröffnet werden. Die künftige Konzeption für Ausstellungen wird bereits diese Woche öffentlich präsentiert - am Donnerstag im Kulturausschuss (Beginn um 17 Uhr).

Die Sanierung des Storchen ist schon aus Brandschutzgründen unerlässlich. In das Gebäude wird ein neues Sicherheitstreppenhaus mit Behindertenaufzug sowie ein Behinderten-WC eingebaut. Außerdem wird die Elektroanlage erneuert, darüber hinaus fallen weitere Instandsetzungsarbeiten an.

Kleiner Trost für die Stadträte: Im Budget von 2,2 Millionen Euro sind nicht nur 425 000 Euro für Unvorhergesehenes enthalten, sondern auch jene 400 000 Euro für die Neugestaltung der Ausstellung. Allein der Einbau des neuen Treppenhauses kostet 900 000 Euro. "In so einem Gebäude schlummern Dinge, die man vorher nicht sehen kann", sagte SPD-Fraktionschef Roos in der Sitzung. Doch auch er hofft auf den Röntgenblick der Planer.

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