Rüpel sorgen für Ärger im Kreis

Der Kreis möchte zum Magnet für Touristen werden. Dieses Vorhaben sehen aufmerksame Bürger in Gefahr: Die Hinterlassenschaften rücksichtsloser Zeitgenossen gefährdeten das Ansehen der Region.

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    Unbekannte Zeitgenossen traten diesen Abfallkorb im Marbachtal aus Wut oder Überschwang um. Foto: 
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Der Anblick treibt Walter Leins die Zornesröte ins Gesicht. "Das geht einfach nicht", schimpft der Mann aus Göppingen. "Es kann nicht sein, dass ein paar Vandalen mutwillig Eigentum der Allgemeinheit zerstören."

Das Werk von Unbekannten sind der Grund für die Empörung. Neben dem Weg durchs Marbachtal haben die Täter einen Markstein gefällt sowie einen Abfallkorb und einen Tütenspender für Hundekot umgetreten. Treibstoff für den Ausbruch an Energie scheint Hochprozentiges gewesen zu sein: Auf einer Rastbank neben dem schiefen Müllbehälter stehen eine fast leerere Flasche Whisky und zwei andere Flaschen. Entdeckt hat sie Walter Leins vergangenen Samstag, als er morgens mit seinem Hund unterwegs war. Mit der Kamera hat er die umgestoßenen Dinge sowie die Flaschen auf der Bank festgehalten.

Auf ein anderes Ärgernis ist Helmut Wiest gestoßen. Weggeworfene Tüten, Dosen sowie anderer Abfall säumen den Wanderparkplatz oberhalb der Schonterhöfe bei Hohenstaufen. Die leeren Verpackungen und Behälter hat der Göppinger ebenfalls per Foto festgehalten.

Schwund an Wanderzeichen

"Der Landkreis Göppingen will sich mehr für den Tourismus engagieren", schreibt Wiest in einer Mail an die Redaktion. Dieses Vorhaben sei lobenswert - sofern die Voraussetzungen stimmten. Dagegen sehe das Gebiet rund um die Hohenstaufenstadt größtenteils aus wie ein "offener Mülleimer". Angesichts des Abfalls "schäme man sich, hier beheimatet zu sein".

Ein Problem mit ungewollten Hinterlassenschaften hat Hans-Peter Huber nicht. Der Gauwegewart des Schwäbischen Albvereins muss vielmehr den Schwund von Wanderzeichen ausgleichen. "Jedes Jahr fehlen für insgesamt rund 500 Euro Schilder", berichtet er. Wo die Zeichen hinwanderten, wisse er nicht. Wahrscheinlicher verfeuerten sie viele der Langfinger auf dem nächsten Grillplatz.

Genauso wenig wie den Verbleib der Hinweise lässt sich ein Schwerpunkt der Diebstähle ausmachen. Diese häuften sich vor einigen Jahren im Geislinger Raum. "Dort ist momentan Ruhe", sagt Huber.

Der oberste Wegewart hat sich mit dem fortwährenden Verschwinden der Schilder abgefunden. "Wir müssen damit leben", sagt er. Trotzdem ist Huber gespannt, wie die Stadt Göppingen mit dem Problem umgeht. Die Kommune hat mehrere Strecken rund um die Kaiserberge als Rundwanderwege ausgewiesen. Huber sagt voraus, dass entlang der neun Routen auch bald die ersten Schilder verschwinden.

Zugenommen haben Sachbeschädigungen im Kreis nicht. "Es gibt keine negative Entwicklung", sagt Polizeisprecher Wolfgang Jürgens. Auf den höchsten Stand seien die Zahlen 2008 geklettert: Damals verzeichnete die Polizei insgesamt 1433 Fälle. "Dieses Niveau bleibt die kommenden Jahre gleich", sagt Jürgens. 2011 sei die Zahl auf 1375 gesunken und verändere sich seither wenig.

Der umgetretene Grenzstein, Mülleimer und Tütenspender im Marbachtal sei ebenfalls kein frisches Werk. Die Dinge lägen schon einige Zeit am Boden oder stünden schief. Dem Polizeisprecher zufolge haben Kollegen Stein und Abfallbehälter inzwischen aufgerichtet. Der Fall gelte auch nicht als Sachbeschädigung, weil nichts zerstört oder in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Der Einwand beruhigt Walter Leins vermutlich nicht. "Man sollte die Leute ansprechen, wenn man sie beim Vandalieren ertappt", findet er. Schwiegen die meisten Menschen, anstatt etwas zu sagen, werde die Situation im Kreis irgendwann unerträglich.


Kommentar Vandalismus: Kein Pardon

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