Revolutionär als Konsumhit

Revolutionär und Sozialphilosoph: Karl Marx ist ein berühmter Sohn Triers. Sein Todestag liegt nun 130 Jahre zurück und deshalb zeigt eine Ausstellung in seiner Heimatstadt den Wandel des Karl-Marx-Bildes.

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  • Im Karl-Marx-Haus in Trier dreht sich alles um den Revolutionär. Foto: Thomas Frey/dpa 1/2
    Im Karl-Marx-Haus in Trier dreht sich alles um den Revolutionär. Foto: Thomas Frey/dpa
  • In seinem Trierer Geburtshaus wird des 130. Todestages von Karl Marx gedacht. Eine Schau beschäftigt sich mit dem Bilderwandel der Ikone. Foto: Thomas Frey/dpa 2/2
    In seinem Trierer Geburtshaus wird des 130. Todestages von Karl Marx gedacht. Eine Schau beschäftigt sich mit dem Bilderwandel der Ikone. Foto: Thomas Frey/dpa
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Eine Sonderausstellung im Trier Stadtmuseum zeigt zum 130. Todestag von Karl Marx (1818-1883) die vielen Gesichter des Revolutionärs und Sozialphilosophen. Die Schau ist unter dem Titel "Ikone Karl Marx. Kultbilder und Bilderkult" zu sehen. Es gehe nicht um eine historische oder politische Bewertung des berühmtesten Sohnes der Stadt Trier, sagte Elisabeth Dühr, Direktorin des Stadtmuseums. Im Zentrum stehe die Frage, wie sich das Marx-Bild in den unterschiedlichen politischen Systemen und Gesellschaften verändert habe.

In Trier sind Originalfotos von Marx zu sehen, von denen es insgesamt nur 15 gibt. Die bis 18. Oktober angesetzte Bilderschau spannt den Bogen von diesen wenigen Dokumenten zur Marx-Verherrlichung in der Arbeiterbewegung und den sozialistischen Staaten. So sind Beispiele der Historienmalerei nach der russischen Oktoberrevolution und in der ehemaligen DDR, aber auch die Auseinandersetzung von internationalen Künstlern mit der Ikone des Sozialismus zu sehen. Präsentiert werden Gemälde und Drucke von Heinrich Zille, Max Pechstein oder John Heartfield sowie Werke von Frida Kahlo, Alfred Hrdlicka, Johannes Grützke und Jonathan Meese. In der DDR und der Sowjetunion war Marx nach Museumsangaben allgegenwärtig: als Monument in Städten, als Gemälde in Amtsstuben, auf Geldscheinen, Briefmarken, Medaillen, sogar auf Bodenvasen. Heute erscheine der Revolutionär überwiegend als Werbe-Ikone, sagte Museumsdirektorin Dühr. Mit Marx Gesicht hätten zum Beispiel das Möbelhaus Ikea und der Apple-Konzern geworben, mit seinem charakteristischen Rauschebart die Firma Remington einen Rasierer angepriesen. Doch selbst in der Werbung sei Marx heute nicht völlig entpolitisiert, stellte Beatrice Bouvier fest, Geschichtsprofessorin und eine der Kuratorinnen der Ausstellung. Das Marx-Bild sei "immer noch überwiegend eine Chiffre für Kritik, für das Löcken wider den Stachel".

Im Rahmen der Ausstellung stellt der Installationskünstler Ottmar Hörl, Erfinder der "Lutherzwerge", vom 5. bis 26. Mai 500 Karl-Marx-Miniaturstatuen vor der römischen Porta Nigra in Trier auf. Info Die Ausstellung ist bis 18. Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr zu besichtigen. Mehr dazu im Internet: www.museum-trier.de

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