Respekt vor der Diva war gestern Musikkabarett mit Andrea Weiss und Robert Kast in der Zeller Scheune

Schwäbische Pop-Perlen präsentierten Andrea Weiss und Robert Kast in der Zeller Scheune - vertraute Songs mit neuem Zungenschlag.

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Aha-Erlebnisse für die Zuhörer boten die Musikkabarettisten Andrea Weiss und Robert Kast bei ihrem Streifzug durch die 80er Jahre.  Foto: 

"Stilsicher" sangen sich Andrea Weiss und Robert Kast am Samstag durch Pop-Perlen der 80er Jahre. Die Besucher der Zeller Scheune konnten beim musikalischen Streifzug durch ihre Jugend einige Aha-Erlebnisse genießen. Die achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts waren - auf den kleinsten Nenner gebracht - vorne kurz und hinten lang. Kaum eine modische Sünde, die die damalige Jugend nicht mitgemacht hätte, doch ist das alles Ansichtssache.

"Wir waren damals schon stilsicher" erinnern sich Andrea Weiss und Robert Kast vom gleichnamigen Duo an die eigene Adoleszenz. Wenn die Suggestion durch die Werbung recht behalten sollte, galt es, "halb nackt und strunzbesoffen am Strand zu tanzen" - ganz Bacardi-Feeling.

In ihrem aktuellen Programm machen sich die beiden Musiker auf die Suche nach den schwäbischen Wurzeln mancher Popstars. Beim schwäbischen Original von "Billie Jean" bekommen die Zuhörer Eindrücke von der prekären Familiensituation der Jacksons und Sades "Smooth Operator", wird mit "Vorwerk-Vertreter" ganz plausibel zu seinem eigentlichen Ursprung zurückgeführt.

Aber was wäre musikalisches Kabarett ohne die Liebe? Genau, und deshalb darf das Publikum teilnehmen am Drama um Jürgen ("ich könnte ihn erwürgen") und Andrea, das sich durch mehrere Epochen zieht. "Er ist ein Mann, den man nicht gleich durchschaut", haucht die Sängerin und wird vom Mann am Klavier mit einem "ja, ein Kleintierzüchter" rasch auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Mit ihrer tollen Stimme singt sich Weiss durch verschiedene Genres - groß sind nicht zuletzt die französischen Chansons und die italienischen Stücke. Pianist und Sänger Robert Kast unterstützt sie dabei nicht nur musikalisch perfekt, sondern sorgt als humorvoller Sidekick für eine ausgeglichene Balance.

Die ans Publikum verteilten Starter-Kits mit Linsen und Spätzle sorgen ebenso für Begeisterung wie die Feststellung, dass Stuttgart - diese Stadt zwischen Hängen und Würgen mit all ihren Stäffele - schöner als Berlin ist.

Überhaupt - "Glamour isch nemmer en vogue" und der "Respekt vor der Diva war gestern". Nachdem sich das Publikum zwei Zugaben erklatscht hat, will es noch immer nicht nach Hause gehen. "A kloins Zugäble hen m'r no", versprechen "Stilsicher". "Des nemma m'r mit", meint eine Stimme aus dem Publikum. Echte Schwoba halt.

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