Requiem für Göppinger Hotelier Werner Heer

Mit einem Requiem in St. Maria hat Göppingen Abschied von Werner Heer genommen. Der weit bekannte Hotelier vom Hotel "Hohenstaufen" war am 16. April im Alter von 65 Jahren gestorben.

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Werner Heer konnte über prominente Gäste im Hotel viel erzählen. Das Foto entstand 2010. Foto: Giacinto Carlucci

Die Nachricht vom Tod von Werner Heer im spanischen Valencia hat vergangene Woche viele Menschen im Landkreis Göppingen erschüttert. Vor allem jene, die über die mit viel Geduld ertragene schwere Krankheit nichts gewusst hatten. Der gebürtige Göppinger war mit Leib und Seele Gastronom. 1980 hatte er das Hotel "Hohenstaufen" von seinem Vater Rudolf übernommen und baute es zusammen mit seiner Frau Cäcilie zu einem der führenden Häuser im Landkreis aus. Die Gäste sollten sich wohlfühlen - das war ihm sehr wichtig. Werner und Cäcilie Heer drückten dem Haus eine sehr persönliche Note auf, zur Freude der Gäste aus nah und fern die sich im "Hohenstaufen" wohlfühlten.

Dabei war Werner Heer stets von Fernweh gepackt. Seine große Leidenschaft galt dem Fliegen. Die Begeisterung dafür entdeckte er bei der Bundeswehr. Später unternahm er Flugsafaris über Afrika und Amerika. Und Heer, der in Villingen-Schwenningen seinen Beruf erlernte und ihn zunächst in führenden Häusern in Paris und Berlin ausübte, träumte vom Leben in Kanada. Zusammen mit seine Frau Cäcilie, die er in Berlin kennengelernt hatte, sollte dieser Wunsch in Erfüllung gehen. Anfang der 70er Jahre zog das Paar nach Vancouver. Dort wurden bald darauf Tochter Jennifer und Sohn Oliver geboren. Ende der 70er Jahre kehrte Heer nach Göppingen zurück. Hier übernahm er das Hotel "Hohenstaufen" von seinem schwer erkrankten Vater, wenig später erblickt Sohn Thomas das Licht der Welt.

"Ohne meine Frau, die mir den Rücken frei hält, wäre ein solch ehrenamtliches Engagement nicht möglich", hat Werner Heer einmal gesagt. 1985 wurde er Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes im Kreis Göppingen und blieb es bis zu seinem Tod. Heer engagierte sich für seine Berufskollegen, kümmerte sich um den nicht ganz einfachen Ausbildungsbereich. Für seine Verdienste im Landesverband wurde Heer 2010 mit der Goldenen Verdienstmedaille des Hotel- und Gaststättenverbandes Baden-Württemberg ausgezeichnet, die höchste Auszeichnung, die die Organisation an verdiente Mitglieder verleiht.

In seiner Eigenschaft als Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes lag Heer die Fortentwicklung des Tourismus im Stauferkreis am Herzen. In zahlreichen Initiativen wirkte er mit, zuletzt bei der Entwicklung eines kreisweiten Tourismuskonzeptes.

Berufsständische Themen wie auch touristische Entwicklungschancen diskutierte Werner Heer leidenschaftlich mit Politikern aus Land und Bund. Konsequent verfolgte er das Ziel, seinem Berufsstand bei Entscheidungsträgern Gehör zu verschaffen. In Göppingen meldete sich Heer immer dann zu Wort, wenn es um die Weiterentwicklung der Innenstadt ging.

Engagiert arbeitete der Hotelier in der Tourismus-Initiative Stauferkreis mit, entwickelte hier sowohl den Wettbewerb "Mein Lieblingslokal" als auch das Ferienprogramm "Sommer der Ver-Führungen" mit. Ein Herz hatte Heer auch für soziale, kulturelle und sportliche Initiativen. Als 2009 bei Werner Heer die schwere Krankheit diagnostiziert wurde, stellte er die Weichen für die Zukunft des "Hohenstaufen". Seinem Sohn Thomas, einem gelernten Hotelkaufmann, übertrug er die Leitung des traditionsreichen Hauses.

Familie und Weggefährten wird das gestrige Requiem in St. Maria geholfen haben, den schmerzlichen Verlust eines lieben Menschen besser zu verkraften. Werner Heer wird vielen in Erinnerung bleiben.

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