REPORTAGE: Endlich Gartenluft schnuppern

Primeln, Tulpen, Narzissen, Krokusse - in zahllosen Schrebergärten kündigen bunte Frühlingsboten den Beginn der neuen Gartensaison an. Natur und Gartenfreunde starten durch.

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  • In den Kleingärten geht es jetzt wieder rund: Neben dem Frühjahrsputz ist natürlich auch die Arbeit an den Beeten angesagt. 1/6
    In den Kleingärten geht es jetzt wieder rund: Neben dem Frühjahrsputz ist natürlich auch die Arbeit an den Beeten angesagt. Foto: 
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    In den Kleingärten geht es jetzt wieder rund: Neben dem Frühjahrsputz ist natürlich auch die Arbeit an den Beeten angesagt. Foto: 
  • Bei den Kleingärtnern in Heiningen ist erst einmal kräftig zulangen angesagt: Die Böschung beim Vereinsheim wird gerodet und frei gemacht. 3/6
    Bei den Kleingärtnern in Heiningen ist erst einmal kräftig zulangen angesagt: Die Böschung beim Vereinsheim wird gerodet und frei gemacht. Foto: 
  • Arbeit an den Beeten ist angesagt 4/6
    Arbeit an den Beeten ist angesagt Foto: 
  • Kleingärtner starten in den Frühling 5/6
    Kleingärtner starten in den Frühling Foto: 
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Kaum scheinen erste warme Sonnenstrahlen in noch kahle Bäume, kaum zeigt das Thermometer steigende Temperaturen, da finden sich auch schon die ersten Gartenfreunde in ihren Schrebergärten ein. Sie wollen, wenn auch noch eingepackt in warme Jacken, endlich wieder Gartenluft atmen und in der Natur Entspannung finden. Zeit für die ersten Gartenarbeiten des Jahres, denn wer sich im Sommer über eine prächtige Anlage freuen will, muss im Frühjahr die richtigen Vorkehrungen treffen.

Bevor die eigene Scholle auf Vordermann gebracht wird, steht bei den Heininger Gartenfreunden zuerst einmal Aufräumen und Aufhübschen der allgemeinen Grünfläche auf dem Programm. Unter den gestrengen Augen von Gartenobmann Willi Losert sind einige Männer damit beschäftigt, die Böschung am Vereinsheim zu roden, um den Blick auf die Alb wieder frei zu geben. Zwei andere Herren widmen sich den Spielgeräten auf dem Spielplatz vor dem "Zwergenstüble". "Kontrollieren und reparieren", erklären sie ihr Tun. "Die Kinder sollen sich beim Spielen ja nicht verletzen."

In der Gartenanlage sind drei Frauen damit beschäftigt den so genannten Vereinsgarten herzurichten. Er befindet sich in einer der 42 Parzellen, die es in der Heininger Anlage gibt. "Jeder Pächter muss im Jahr 16 Arbeitsstunden für den Erhalt der Anlage im Vereinsgarten oder rund um die Vereinsgaststätte leisten", erklärt der Vorsitzende der Heininger Gartenfreunde Harry Steel, der eine Warteliste für die zwischen 2,5 und 4,2 Ar großen Pachtgrundstücke führt. "Dieses Jahr haben wir eine große Wühlmausplage", berichtet er. Es gilt also die lästigen Tiere mit Fangködern oder Gaspatronen loszuwerden. "A Gießkann voll Wasser auf d' Nas hilft au", schmunzelt Willi Losert.

Lockern, schneiden, düngen

Einige der 41 verpachteten "Stückle" sehen schon frisch hergerichtet aus, andere müssen noch in Schuss gebracht werden. Boden lockern und kalken, Rosen schneiden, Stauden und Gehölze düngen, Beete vorbereiten, Saatgut ausbringen - es gibt viel zu tun. "Erbsen und Spinat müssen möglichst früh in den Boden", verraten die drei emsigen Vereinsgartenpflegerinnen. "Dann bekommen die Erbsen keine Drahtwürmer und der Spinat schießt nicht so." Vorgezogene Tomaten und Paprika stehen noch zu Hause auf der Fensterbank, denn es könnte ja nochmal kalt werden.

In der Anlage der Blumen- und Gartenfreunde Dürnau ist Ottavio Pascucci in seinem "giardino" zugange. Auch er hat schon Erbsen im Boden, aber auch Zwiebeln, Frühkartoffeln, Saubohnen und jede Menge Knoblauch. In einer Rabatte blühen goldgelbe Osterglocken und bunte Primeln. "Primeln sind meine Lieblingsblumen", strahlt der italienische Gärtner. "Die vermehren sich von selbst." Nebenan zeigt auch Walter Geisseles Knoblauch schon grünes Kraut. "Den hab ich bereits im September gesetzt", erklärt er, "dann kann ich schon im Juni ernten." Mit den letzten Zwiebelknollen des Vorjahres verschwindet er in seiner Laube, aus der ein so leckerer Bratenduft kommt, dass Vorbeigehenden das Wasser im Mund zusammenläuft.

Wo Obst und Gemüse herkommen

In einem anderen Garten ist Anna Fuhrmann mit einigen Kindern dabei, Unkraut zu entfernen und die Beete vorzubereiten. In diese sollen, wenn die Zeit dafür gekommen ist, all die Pflänzlein gesetzt werden, die noch zu Hause auf der Fensterbank stehen. "Tomaten, Kapuzinerkresse, Zucchini, Gurken Schwarzwurzeln, Schnittlauch", zählt Anna Fuhrmann auf. "Wir wollen dass unsere Kinder wissen, wo Obst und Gemüse herkommen", erklärt sie und freut sich, dass ihre Kinder häufig Freunde mitbringen. "Im Herbst kochen wir dann Marmelade und stellen Ringelblumensalbe her." Wege richten, Zäune reparieren, sauber machen - auch in der Dürnauer Anlage gibt es die gemeinschaftliche "Frühjahrsputzete" rund um die 65 Parzellen. "Dabei werden auch der Festplatz und der Spielplatz wieder in Schuss gebracht", erklärt der zweite Vorsitzende Peter Schmolka, der auf seinem Rundgang die Anregungen und Sorgen der anwesenden Kleingärtner aufnimmt.

In der Regel unterteilen die Hobbygärtner ihre "Kleingärten", oft auch Schrebergärten genannt, in verschiedene Nutzecken: einen Bereich mit Bäumen und Sträuchern, die Obst und Beeren liefern, den Gemüse- und Kräutergarten, den Zierpflanzenbereich und eine Rasenfläche, auf der im Sommer gegrillt und zusammen gesessen wird. Und dann gibt es natürlich noch die Laube. Je nach Charakter des "Laubenpiepers" dienen sie schnöde als Unterstellmöglichkeit für Gartengeräte oder aber als "zweites Wohnzimmer", das momentan selbstverständlich ebenfalls den Frühjahrsputz über sich ergehen lassen muss.

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