Regionalbahn als eine Art S-Bahn

Das Ziel, den Kreis besser in der Region Stuttgart zu verankern, soll weiterhin verfolgt werden. IHK-Vertreter kritisieren, den Bemessungsansatz der Studie.

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Die S-Bahn nicht so schnell aufzugeben, fordert IHK-Präsident Wolf Martin.

Seit Jahren wolle der Verbands Region Stuttgart den Kreis Göppingen besser an das Kerngebiet der Region anschließen, betonte Verbandsdirektorin Nicola Schelling. Es zeige sich, dass die Einzugsbereiche der S-Bahn attraktiv sind, zum Beispiel die Gewerbegebiete. "Wir werden mit vereinten Kräften eine sinnvolle Lösung für den Schienenverkehr im Filstal finden", reagierte Schelling aufs Ergebnis der Studie.

Landrat Edgar Wolff bewertete das Angebot des Landes - stündlich ein Interregio-Express (IRE) und zwei Metropolexpresse (davon eine Regionalbahn nur bis Süßen) in den Kreis - als Rückschritt. Ziel müsse sein, die zweite Regionalbahn bis Geislingen zu verlängern. "Das wäre ein Halbstunden-Takt." Wolff möchte dies als "S-Bahn-ähnliches Angebot" vermarkten. Vielleicht ermögliche es Stuttgart 21, die Regionalbahn bis zum Flughafen zu führen, hofft Wolff. Bernd Klingel von der Landes-Nahverkehrsgesellschaft hatte Einwände. "Hinter Süßen" brauche man mehr Fahrzeuge. "Man muss hinter Süßen einen starken Nachfrageeinbruch konstatieren."

Die Kosten-Nutzen-Analyse sei "nicht wie erhofft" ausgefallen, stellte Wolf Martin fest. Der Präsident des IHK-Bezirks Göppingen hob die Bedeutung der S-Bahn für den Kreis hervor. Der Kreis sei bei der Infrastruktur nicht auf der Höhe anderer Landkreise der Region. Mit der S-Bahn würde sich etwas bewegen. Man dürfe sich nicht so schnell vom Thema S-Bahn für den Kreis verabschieden, ergänzte IHK-Geschäftsführer Peter Saile. "Es geht darum, dass wir attraktiv bleiben."

Norbert Aufrecht bezweifelt, dass das Image der S-Bahn in die Studie eingerechnet wurde. Es sei nicht einkalkuliert, falls dadurch neue Firmen in den Kreis ziehen. Der Heininger Bürgermeister befürchtet, dass Göppingen zwischen Schorndorf und Kirchheim untergeht.

Jörg-Michael Wienecke sprach ebenfalls die Verkehrspläne des Landes an. Er hob den Ein-Stunden-Takt für die schnellen IRE hervor. "Dass die schnellen Züge erhalten bleiben, war uns ganz wichtig", sagte der Leiter des Amts für Infrastruktur und Mobilität. Ein 30-Minuten-Takt habe S-Bahn-ähnlichen Charakter. "Ähnlich ist nicht gleich", bremste Jürgen Wurmthaler die Vorstellungen einer Regional-S-Bahn. Hinter Plochingen fahre der Metropolexpress schnell durch. "Den Fahrgästen muss klar sein, wo sie einsteigen", sagte der Infrastrukturdirektor der Region.

"Was brauchen wir? Wollen die Bürger schnell von Kuchen nach Eislingen oder schnell nach Stuttgart kommen?" Das gelte es zu klären, forderte der Kuchener Bürgermeister Bernd Rößner. Der Kreistag soll nun den Auftrag geben, die offenen Fragen zu klären, nannte Landrat Wolff die nächsten Schritte.

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