Rechberg: Gläubige feiern Mariä Himmelfahrt

Rund 700 Gläubige nahmen am Samstag auf dem Rechberg am Hochfest "Mariä Aufnahme in den Himmel" teil. Viele hatten lange Wege hinter sich.

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Mariä Himmelfahrt auf dem Hohenrechberg: Pfarrer Ernst-Christof Geil (Mitte) spricht den Segen, rechts neben ihm Sebastian Kerala, links außen Pater Jaroslav Wojtkun, neben ihm Pater Josef.  Foto: 

Zahlreiche Gläubige waren am Samstag zu Fuß auf den 707 Meter hohen Rechberg gekommen und hatten somit eine kleine Wallfahrt hinter sich. Michael Hohler beispielsweise hatte den 15 Kilometer langen Fußweg von Böbingen bereits um 5.30 Uhr begonnen. In einer Gruppe von 15 Gläubigen war er den Weg gegangen und gegen 10 Uhr auf der Spitze des Berges angekommen. Seine Frau Rita war ihm mit dem Auto gefolgt, sodass er den Weg nach Hause nicht ebenfalls laufen musste.

Der Waldstetter Pfarrer Ernst Christof Geil hielt den Gottesdienst im Freien neben der Wallfahrtskirche. Ihm assistierten sein polnischer Kollege Jaroslav Wojtkun sowie Pater Sebastian Kerala aus Indien und Pater Josef aus Uganda.

Dass die Gläubigen aus Ähren, Blumen und Kräutern bestehende Weihbüschel segnen lassen konnten, ist ein alter Brauch und geht auf eine Legende zurück. In seiner Predigt übte Pfarrer Geil Kritik am "Gender-Mainstreaming", wonach der Mensch behaupte, sich sein Geschlecht selbst aussuchen zu können. Es werde behauptet, dass die Geschlechterrollen nur anerzogen seien, um sie in eine bestimmte Richtung zu prägen. Erzöge man die Kinder neutral und lebe ihnen "alle möglichen und auch vom Glauben her unmöglichen Lebensformen und Praktiken vor, dann würden sie das für sie passende Gender finden und für sich selbst festlegen, was sie sein wollen". Die grün-rote Landesregierung gehe dabei mit ihren Lehr- und Bildungsplänen für Schulen und Kindergärten "ganz vorne weg, wenn sie den Kindern eine Ideologie aufzwingen möchte, die gegen die Natur und gegen Gottes Plan mit dem Menschen steht".

Diese Kritik am "Gender Mainstreaming"-Projekt in Baden-Württemberg blieb allerdings nach dem Gottendienst nicht unwidersprochen. Die Kirche solle sich doch endlich mal von alten Zöpfen trennen und sich der Zeit gemäß mit den Gläubigen auseinandersetzen, wurde unter anderem verlangt.

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