Raub im Zustand der Schuldunfähigkeit

Im Zustand psychischer Schuldunfähigkeit soll ein 25-Jähriger in Göppingen ein VW Cabrio gestohlen und einen Unfall verursacht haben. Am Donnerstag begann das Gerichtsverfahren.

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Den 13., ein Samstag im April vergangenen Jahres, wird ein 47-jähriger Fahrer eines VW Beetle-Cabrios so schnell nicht vergessen. Von hinten soll sich der 25-jährige Mossad H. (Name geändert) an ihn und sein Fahrzeug herangemacht haben, als er gerade dabei war, in das Parkhaus in der Göppinger Mörikestraße einzufahren. Mossad soll die Fahrertür aufgerissen, den 47-Jährigen bedroht und von ihm die Herausgabe von Bargeld verlangt haben. Dann soll er den Fahrer unmissverständlich aufgefordert haben, das Auto zu verlassen, eingestiegen und über die B10 davon gerast sein. Am Donnerstag begann vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Ulm ein Sicherungsverfahren gegen den Beschuldigten.

Die Anklage beschuldigt Mossad H. des Raubes. Für die sieht das Gesetz grundsätzlich eine Strafe von bis zu 15 Jahren vor. Mossad H. soll seine Tat jedoch im Zustand der Schuldunfähigkeit gegangen haben. In dem auf insgesamt vier Verhandlungstage angesetzten Verfahren soll dies nun geklärt werden. Als mögliche Konsequenz droht Mossad H. dann die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Die Vorgehensweise, die Mossad H. zur Last gelegt wird, ist geradezu illuster. An der Anschlussstelle Ebersbach-West soll der Beschuldigte den Fahrer eines Mercedes Benz ausgebremst und zum Stillstand gezwungen haben.

Der Versuch, den Fahrer aus seinem Wagen zu zerren, scheiterte. Ebenso gelang es dem Beschuldigten 25-Jährigen an einer Tankstelle in Stuttgart-Uhlandshöhe nicht, einem weiteren 65-jährigen Autofahrer die Fahrzeugschlüssel zu entwenden, als dieser dabei war, sein Fahrzeug zu betanken. Auf der B14 soll Mossad H. entgegen der Fahrtrichtung in den Leutenbacher Tunnel eingefahren und gerade noch einer Kollision mit zwei Fahrzeugen entgangen sei. Zu einer solchen kam es im weiteren Verlauf der Flucht von Mossad H. Was ihn nicht daran gehindert haben, soll seine Fahrt fortzusetzen.

Am frühen Morgen des 14. April wurde Mossad H. an einer Tankstelle dann doch noch von der Polizei gefasst. Am kommenden Montag werden die Verhandlungen weitergeführt. Insgesamt will das Gericht 22 Zeugen und drei Sachverständige anhören.

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