Rathaus-Neubau II am Bahnhof?

Kommt der Rathaus-Neubau II am Bahnhof? Die Göppinger Stadtverwaltung hat am Freitag dafür geworben. Der Ball liegt jetzt beim Gemeinderat. Auch eine Bürgerinformation ist geplant.

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Hier könnten mehrere Verwaltungsstandorte zusammengefasst werden: Die Göppinger Stadtverwaltung will die Weichen am alten Güterbahnhofsgelände für ein neues Rathaus stellen.  Foto: 

Die Alternative heißt: entweder mehrere Millionen in die verstreuten Bestandsgebäude versenken - oder "den Schritt in die Zukunft wagen". Das war der einhellige Tenor der gesamten Verwaltungsspitze zusammen mit Oberbürgermeister Guido Till, die am Freitag zu einer Medieninformation ins Göppinger Rathaus geladen hatten. Es ging um die Auftaktveranstaltung zu den Planungen eines neuen Rathauses II im Göppinger Bahnhofsareal. Die Göppinger Gemeinderäte bekamen dazu am Freitag drei Vorlagen der Verwaltung zugeschickt. Folgender Fahrplan ist laut Baubürgermeister Helmut Renftle vorgesehen, sollte der Gemeinderat nach eingehender Beratung dem Neubau auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände, das die Stadt von der Bahn erworben hat, zustimmen: Nach zweijähriger Vorarbeit jetzt Beginn der Planung, städtebaulicher Wettbewerb bis Frühjahr 2015, Architektenwettbewerb, Bebauungsplanverfahren im Frühjahr 2016, dann eventueller Baubeginn und Bauabschluss bis 2018/19.

Zu den Kosten und zur Rentabilität führte Kämmerer Rudolf Hollnaicher aus, dass die Bestandssanierung der in der Stadt verstreuten sechs Gebäude etwa 23,7 Millionen Euro ausmache und ein Neubau bei etwa 24,1 Millionen Euro liege. Man müsse bedenken, dass man ja eine Gegenrechnung aufstellen müsse, die bei einem Neubau eventuell vier Millionen Zuschüsse aus dem Landessanierungsprogramm, drei Millionen aus dem Erlös eines Verkaufs der Bestandsgebäude, nicht weiter steigende Betriebskosten - weil weniger Energieverbrauch - und momentan günstige Zinsen beinhalte.

Das Hauptargument für einen Neubau aber sei eine kunden- und mitarbeiterfreundliche Zentrale im Bahnhofsareal, gut erreichbar durch Bahn, Busse und die geplante Tiefgarage.

Personalrat Jürgern Horst sieht die Planung positiv und freut sich auf helle und lichte Räume für die etwa 200 Mitarbeiter. 100 Mitarbeiter würden weiterhin im 2002 sanierten Rathaus am Marktplatz arbeiten. Stadtplanerin Susanne Mehlis hob aus städtebaulicher Sicht die kurzen Wege und die Effizienz hervor, die von der Stadt ausgehe und eine Belebung und einen Schub für die Innenstadt zur Folge habe. OB Till stellte das Ziel einer zentralisierten, modernen, kundenfreundlichen und arbeitnehmerfreundlichen Verwaltung in den Vordergrund: "Das neue Rathaus soll nicht überbewertet, aber auch nicht unterbewertet werden. Wir müssen, um konkurrenzfähig mit anderen Städten zu bleiben, ein neues Zentrum auf dem heutigen Stand halten." Für die bis jetzt sechs auseinanderliegenden Standorte der Verwaltung bräuchten die Bürger fast einen Kompass.

Für die Mitarbeiter - ebenfalls Standortfaktor für die Stadt - sei eine ordentliche Ausstattung, Größe, Barrierefreiheit und ein energetischer Standort wichtig. Im neuen Rathaus II könnten die Arbeitsplätze zusammengeführt und die Effizienz der Arbeitsabläufe verbessert werden. Die Höhe des Gebäudes solle sich am Umfeld von Kreissparkasse und Allianzhochhaus orientieren, und weitere Teile des Geländes könnten dann von privaten Dienstleistern genutzt werden. Man wolle keinen Einzelhandel in diesem Bereich, sondern eine Gesamt-Belebung der Innenstadt.

Am 16. Juli ist eine Bürgerinformation zum geplanten offenen Wettbewerb vorgesehen.

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Kommentare

08.07.2014 17:21 Uhr

Luxus vor Notwendigkeit

Dem Bürgermeisterr Till ist längstens bekannt, dass es viele städtische Gebäude gibt, welche renoviert oder ersetzt werden müssen. Gerne verschwiegen werden hierbei auch die verbleibenden 7 Feuerwehrmagazine (exklusive Holzheim) der Stadt, in denen nicht nur unökologisch geheizt wird, sondern gesundheitsschädliche Bedingungen herrschen. Um die 300 Feuerwehrfrauen und -Männer Haben keine Möglichkeit, sich zu duschen, adäquat umzuziehen oder Schulungen durchzuführen. Insbesondere in den Vororten ist der Zustand der Ausrüstung und der Fahrzeuge teilweise unglaublich. In Bälde können manche Löschfahrzeuge mit Oldtimerstatus zur Brandbekämpfung ausrücken- sofern sie funktionieren. Es fehlen Parkplätze für die Einsatzkräfte, Gemeinschaftsräume und Stauraum. Das Einzige, was man Till zu Gute halten muss, ist dass der Zustand auch von seinen Vorgängern nicht frühzeitig angepackt wurde. Ob unser OB dies noch vor seinem Ruhestand anpackt, steht in den Sternen...

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05.07.2014 11:56 Uhr

Rausgeworfene Steuergelder,

Alles für die Staatsdiener scheint das Motto der Beamtenschaft. Angefangen in Berlin wo sich die Abgeordneten in unverschämter weise aus der Staatskasse bedienen bis in die Kommunen, in denen sich die Regierenden, Denkmale mittels überflüssiger Protzbauten errichten. Da wir eine Filsokratie unter dem Deckmantel der Demokratie haben, ist dies möglich. Prekäre Arbeitsverhältnisse, Betrug an den Rentnern usw. wird von dieser Klientel einfach ignoriert. Selbstbedienung ist das Motto!

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