Rathaus-Neubau am Bahnhof: Umzugspläne gedeihen

Die Göppinger Stadtverwaltung gibt Gas: Noch vor den Ferien soll der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss für den Bau eines neuen Rathauses am Bahnhof fassen. Nicht jeder ist von dem Tempo begeistert.

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Entschieden ist noch nichts. Und auch der von der Stadtverwaltung für den 24. Juli angestrebte Grundsatzbeschluss des Gemeinderats würde nicht bedeuten, dass der Bau eines zweiten zentralen Rathauses auf dem früheren Güterbahnhof-Gelände schon in trockenen Tüchern wäre. Es geht bei dem Grundsatzentscheid um die allgemeine Zielsetzung und Prüfung. Und darum, dass die Verwaltung offene Fragen abarbeiten und im Herbst beantworten kann. Dazu bedarf es eines Auftrags.

Die Fraktionen von CDU, Grünen und FDP/FW wollen diesen Auftrag übernächste Woche erteilen - eine Mehrheit zeichnet sich ab. SPD, Freie Wähler (FWG) und die Fraktion von Linken und Piraten (Lipi) sind keineswegs gegen den Rathaus-Neubau, der rund 30 Millionen Euro kosten würde und für den es Zuschüsse vom Land geben würde. SPD, FWG und Lipi wollen jedoch erst nach den Sommerferien einen ersten Beschluss herbeiführen. Zu kurz sei die Zeit, so der neue Stadtrat Michael Freche (Piraten), um noch vor den Ferien abzustimmen. Wolfgang Berge (FWG) meinte: "Das Rathaus II muss her, da müssen wir nicht lange drumrum reden."

Doch es sei angesichts der "Fragen über Fragen" besser, erst im September einen Knopf an die Sache zu machen. Dagegen erinnerte Barbara Schrade (Grüne) daran, dass sich die Göppinger Stadtpolitiker nicht zum ersten Mal mit der Idee beschäftigen, mehrere - derzeit auf die Innenstadt verteilte - Dienststellen in einem neuen Verwaltungszentrum zu bündeln. Und Kämmerer Rudolf Hollnaicher gab zu bedenken: "Das muss man in die Wege leiten, wenn man in ein Sanierungsprogramm des Landes aufgenommen werden will." Ziel des Grundsatzentscheids sei, "dass wir handlungsfähig sind".

Mit einer gehörigen Portion Ironie bemerkte CDU-Fraktionschef Felix Gerber, es sei wohl ein "Fehler der Verwaltung gewesen, die Stadträte heute so allumfassend über das Vorhaben zu informieren". Denn je mehr Infos, desto eher bestehe die Gefahr, "dass jemand ein Haar in der Suppe findet". Gerbers Appell: "Nicht schon wieder auf der Bremse stehen, bevor wir überhaupt losgefahren sind." Für die SPD hingegen stellte Fraktionschef Armin Roos fest: "Wir können noch nicht einfach Ja sagen." Die SPD plädierte für eine Entscheidung im Herbst.

Die Verwaltung - allen voran Oberbürgermeister Guido Till, der neue Baubürgermeister Helmut Renftle und die Stadtplanerin Susanne Mehlis - würde den geplanten städtebaulichen Ideen- und Realisierungswettbewerb allerdings gerne schon über die Sommerpause ausschreiben. Renftle: "Da wollen wir uns sputen". Till betonte denn auch mit Blick auf die ausführlichen Vorträge und die dicken Beratungsvorlagen: "Wir sind gründlich in das Thema eingestiegen." Klaus Rollmann, Vorsitzender der FDP/FW-Fraktion, war am Ende der Diskussion "zuversichtlich", dass der Grundsatzbeschluss vor den Ferien zustande kommt.

In einer Übersicht hatte die Verwaltung drei Varianten vorgestellt: die Sanierung und Weiternutzung der bestehenden Dienststellen im Stadtgebiet, den Umbau des Technischen Rathauses am Nordring zur neuen zweiten Verwaltungszentrale oder einen Neubau am Bahnhof. Letztere Variante halten die Experten für die wirtschaftlichste, auch unter dem Gesichtspunkt, dass in einem barrierefreien Neubau moderne und bürgernahe Arbeitsplätze entstehen könnten.

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