Rappende Affen im Regenwaldklima

Mogli und seine tierischen Freunde begeisterten in der Bürenhalle mit einer rundum gelungenen Aufführung auf hohem spielerischem und musikalischem Niveau.

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„Wir haben uns unheimlich angestrengt, dass sie sich wie im Dschungel fühlen, sogar extra die Heizung angemacht“, klärt der musikalische Leiter Gerald Buß die rund 800 Zuschauer in der Abend-Vorstellung auf, erwähnt dabei auch den Regen kurz vor Schluss der Morgenvorstellung. Insofern haben die Verantwortlichen auch am Abend alles richtig gemacht, wenngleich in der Bürenhalle Schweiß- statt Regentropfen flossen.

Vor allem den tierischen Dschungelbewohnern gebührt großer Respekt, steckten in ihren kuschligen Fellkostümen drin und ohne mit der Wimper zu zucken die Hitze weg. Zum Großteil war dies Kerstin Folkerts Weitblick geschuldet. Die Regieassistentin hatte lange nach extra dünnen Stoffen gesucht, die aber trotzdem was her machen. Und das ist dem Organisationstalent prima gelungen, wie man an den fantasievollen Kostümen sehen konnte. Überhaupt – die extrem wichtige Liebe zum Detail, zog sich wie ein roter Faden durch das Kindermusical. Im Hintergrund der fantastisch gemalte Dschungel von Helmuth Bracher, im Fokus kurzweilige Szenen oder fetzige Lieder mit stimmigen Texten, umrahmt von unaufdringlicher professioneller Musikbegleitung und dem ein oder anderen Tänzchen.

Um diese vielen kleinen Puzzle-Teile zu einem gelungenen Ganzen zusammen zu setzen, bedarf es bei allen Beteiligten jede Menge Geduld, intensive Proben und die Bereitschaft, alles zu geben. Und das ist wunderbar gelungen. Nicht wenige reihten  das Dschungelbuch als bis bestes Kindermusical ein.

So geizte Regisseurin Beryl Pallasch keineswegs mit Überraschungen wie zum Beispiel „die Verpflichtung“ des Mini-Moglis. Als bis dato jüngster Schauspieler meisterte der knapp einjährige Jakob Stange seine Rolle ohne einen Mucks, dafür aber mit herzigem Niedlichkeitsfaktor. Eine hübsche Idee. Genauso wie die cool rappenden Affen Bandalog (Jon Egerter und Saskia Mantsch), die fröhlich feiernden Geier (Sophie Braun und Eleonore Dieter) sowie die unbewegliche Schlange Kaa (Anissa Ben Salem), deren Aussehen an Kreativität nicht zu toppen war.

Natürlich ist der Erfolg des Klassikers eng mit den Hauptakteuren verbunden und langweilige Aktionen, nuschelnde Sprache oder schiefe Töne will keiner hören. Und selten war ein Kindermusical so fehlerfrei, so auf dem Punkt gebracht. Ach deshalb, weil Menschenkind Mogli (Valentin Abt), Panther Baghira (Clara Wagner), Bär Balou (Anna-Elea Weber), Tiger Shir Khan (Svenja Stiler) sowie alle weiteren Dschungelbewohner den frisch verpassten (Dschungel-) Anstrich bravourös und mit offensichtlicher Spielfreude umsetzten. Ob Chor oder Darsteller, die Kinder und Jugendlichen gingen völlig in ihren Rollen auf, hatten ganz offensichtlich wie die Zuschauer großen Spaß.

Am Ende gab es zu Recht jede Menge Beifall für eine kurzweilige Aufführung auf hohem spielerischem und musikalischem Niveau.

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