Projekt Apostelhof nimmt weitere Hürde

Dem Abbruch und Neubau des Apostelhotels steht nun wohl nichts mehr im Weg: Der Gemeinderat hat den Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Manche Bürgervertreter hatten aber noch Bauchweh.

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  • Die Investoren präsentierten kürzlich den Entwurf eines Neubaus, der wesentliche Elemente des heutigen Apostel wieder aufgreift (links). Der erste Bauabschnitt des „Apostelhofs“ ist indes schon weit gediehen (rechts). 1/2
    Die Investoren präsentierten kürzlich den Entwurf eines Neubaus, der wesentliche Elemente des heutigen Apostel wieder aufgreift (links). Der erste Bauabschnitt des „Apostelhofs“ ist indes schon weit gediehen (rechts). Foto: 
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Als „eine letzte Aufwartung an das Original Apostel-Hotel“ wollte die Grüne-Fraktion in der jüngsten Göppinger Gemeinderatssitzung ihren emotionalen Appell und ihr Nein zum Bebauungsplan verstanden wissen. Es gehe nicht nur um Baufelder, Gebäudehöhen und Dachneigungen. Mit dem Bebauungsplan erlaube das Gremium auch „den Abriss eines Hauses, das wie fast kein anderes Gebäude Geschichte geschrieben hat“, meinte Christine Lipp-Wahl. Lediglich bei den Fraktionen von SPD und Linke/Piraten gab es ebenfalls Stimmen, die sich den Erhalt des traditionsreichen Hauses gewünscht hätten. Die überwiegende Mehrheit im Gremium war aber weit weniger sentimental. Ein solches Haus könne einfach nicht erhalten werden, glaubte nicht nur Jürgen Schaile, FDP/FW, zu wissen. Emil Frick (FWG) freute sich, dass jetzt „die Kritteleien am Investor endlich aufhören werden“, bei dem er schon Sorge hatte, dass er abspringt. Das geplante neue Gebäude sei „ein echter Abkömmling des Vorherigen“. Achim Fehrenbacher (CDU) sah in dem Neubau „ein sehr gutes Aushängeschild der neuzeitlichen Architektur“ und lobte vor allem, dass neben Läden und Büros im hinteren Teil 16 sehr hochwertige Wohnungen entstehen. „Wir finden es gut, dass sich in Göppingen etwas bewegt.“

Der erste Bauabschnitt des Apostelhofs nimmt schon deutlich Gestalt an. Die Tiefgarage, die einmal 200 Autos fassen soll (davon 46 für die Bewohner), ist im Rohbau ebenso weitgehend fertig wie die darüber liegenden Büros und Wohnungen.

Der zweite Bauabschnitt wird aus einem separaten gabelförmigen Flachdach-Baukörper bestehen, der sich auf dem bisherigen Areal des Apostel und des Edeka-Marktes sowie des MCC-Kinos nach Osten erstreckt. Eine Verlängerung der Pflegstraße in das Gelände hinein wird es nicht geben. Die Gasse am östlichen Ende des Areals soll den Namen „Apostelgasse“ bekommen. Der Durchgang von der Marktstraße her und der neu entstehende Hof werden „Apostelhof“ heißen. Dafür werde er sich einsetzen, hatte Baubürgermeister Helmut Renftle bereits im Ausschuss zugesagt. Damit werde auch dem Wunsch aus dem Gemeinderat Rechnung getragen, dass nach dem Abbruch des Apostel-Hotels dennoch an die lange Tradition dieses Standorts erinnert wird. Ob das neue Hotel ebenfalls wieder den Namen „Apostel“ tragen wird, könne man dem Investor natürlich nicht vorschreiben, so Renftle.

Nächstes Jahr sollen die Abbrucharbeiten für den zweiten Bauabschnitt beginnen. Bis dahin soll der bestehende Supermarkt in den ersten Bauabschnitt eingezogen sein.

Erinnerung: Die Grünen riefen im Gemeinderat die Geschichte des Apostel-Hotels ins Bewusstsein.

Vorläufer: An Stelle des Hotels stand zunächst unmittelbar vor dem Stadttor der Gasthof „Weißer Ochsen“, den der Metzgermeister Johann Georg Schwarz, der den Beinamen „Apostel“ hatte, im Jahr 1642 kaufte.

Neubau: 1675 errichtet er eine neue Herberge, die den Stadtbrand von 1782 überstand und offenbar über lange Zeit äußerst erfolgreich war. Zu den  Gästen gehörte der Überlieferung nach der russische Kronprinz und 1909 Graf Zeppelin.

Gesellschaft: Im Jahr 1872 hatte Friedrich Pfeiffle das Hotel erworben. Nach dem Bau eines großen Saales war das Hotel das Zentrum des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Göppingen.

Umbau: Dennoch entschloss sich die Familie Pfeiffle 1949, den Saal abbrechen und durch ein Kino ersetzen zu lassen. 1960 wird die Gastwirtschaft geschlossen und unter substanziellem Eingriff in das Erdgeschoss ein Supermarkt eingebaut.

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Apostel-Hotel

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