Probeliegen für die Stadtoasen

Keine Partymeile, dafür kreative, witzige und bunte Orte zum Verweilen sollen Stadtoasen rund um das Göppinger Schloss werden. Am Wochenende wurden erste Ideen erarbeitet und gleich umgesetzt.

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Göppingens Bürgermeisterin Gabriele Zull (Mitte) und Sozialarbeiter Hänsi Weiß auf der Liege, einer der ersten Entwürfe für eine Stadtoase. Foto: Margit Haas

Ein Bürgergarten im Schlosswäldle, große Hängematten und so genannte Slacklines zum Balancieren zwischen den alten Bäumen, eine Wasserrutsche in den Schlossgraben hinein, am Abend eine Filmvorführung. Vor dem Schloss eine kleine Bühne, zwischen den großen Kastanien ein Café auf einer zweiten Ebene. Die Ideen, wie zwei Stadtoasen diesen Sommer über aussehen könnten, sind kreativ, witzig, bunt und vor allem einladend. So einladend, dass sich einige Jugendliche am Samstagnachmittag vor der Chapel im Göppinger Stauferpark gleich daran machten, einzelne Ideen umzusetzen. Schnell war eine Bar gezimmert, und eine Liege lud nicht nur Göppingens Bürgermeisterin Gabriele Zull zum sichtlich entspannten Probeliegen ein.

Am Wochenende waren Vertreter des Stadtseniorenrates, verschiedener Jugendhilfeeinrichtungen und Vereine, von Lehrern und städtischen Mitarbeitern zusammen gekommen, um Ideen für erste Stadtoasen auszuarbeiten. Die waren ein Thema der Veranstaltungsreihe "Innenstadtforum 2030", zu der die Stadtplanerin Eva Noller im vergangenen Jahr regelmäßig eingeladen hatte. Jugendliche hatten sich mehr attraktive Aufenthaltsflächen gewünscht, die jetzt nach einem Modell der Stadt Rosenheim als saisonale Stadtoasen umgesetzt werden sollen.

Jan Weber-Ebnet, der die Bürgeraktion in Rosenheim betreut, zeigte sich beeindruckt von den funktionierenden Netzwerken, die in Göppingen bestehen. Er hatte in dem zweitägigen Kurs in der Chapel aufgezeigt, worauf es bei den Stadtoasen ankommt. "Es sind Erlebniswelten", bekräftigte er.

Bei Ulrike Haas, der Jugendhilfeplanerin der Stadt, laufen die Fäden zusammen. "Wir haben zunächst erörtert, welche Talente und Ressourcen wir haben und haben uns dann den Plätzen genähert und uns überlegt, was sich aus ihnen machen lässt." Die Vertreter der offenen Jugendarbeit, der Schulen, der Vereine und der Verwaltung hatten ihre theoretischen Überlegungen dann gleich in ganz praktische Modelle umgesetzt, die ein eindrucksvolles Bild vermitteln, wie das Schlosswäldle und der Schlossplatz über alle Generationen hinweg mit Leben erfüllt werden kann. Sie sollen nun "als Multiplikatoren für das Projekt wirken und Jugendlichen Lust machen, an den Stadtoasen mitzuwirken". Ihre Realisierung zunächst für diesen Sommer hatte der Gemeinderat vor wenigen Wochen beschlossen - und prompt den Protest einiger Anwohner ausgelöst, die um ihre Ruhe fürchten.

Gabriele Zull bekräftigte jetzt jedoch: "Wir sind absolut überzeugt von der Idee der Stadtoasen." Dabei gehe es "nicht um eine Partymeile, sondern um Kreativität". Sie verwies auf das gute Netzwerk in der Stadt, kann sich Stadtoasen überall vorstellen und ist überzeugt, dass das Konzept nach und nach auch die Kritiker überzeugen wird. Daran glaubt auch die Stadtplanerin Eva Noller, die "etwas Generationen übergreifendes schaffen" will. Sie erhofft sich von dem Projekt auch Erkenntnisse für die Neugestaltung des Schlossplatzes, die im kommenden Jahr im Rahmen eines Sanierungsprogramms realisiert werden soll.

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