Polizei will das Ohr an der Region haben

Die Polizei will die Akzeptanz der Polizeireform fördern. Dazu fand jetzt ein erstes Sicherheitsgespräch mit Bürgermeistern im Landratsamt statt.

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"Enge Zusammenarbeit soll vermeintlich weite Wege ausgleichen": Ulmer Polizeipräsident Christian Nill  Foto: 

"Wir leben in einem sicheren Landkreis." So eröffnete Landrat Edgar Wolff die Sicherheitskonferenz, zu der er zusammen mit Polizeipräsident Christian Nill eingeladen hatte. Wichtiger Bestandteil des Treffens war der Dialog mit den zahlreich erschienen Bürgermeistern. An kritischen Redebeiträgen wurde nicht gespart. Dies war auch ausdrücklich erwünscht, da Polizeipräsident Nill in seiner Eingangsrede betonte, man solle mit und nicht übereinander reden. Das Anliegen der Bürgermeister, weiterhin enge Kontakte zu den Leitern der Polizeireviere zu haben, werden von der Polizeiführung gewünscht und unterstützt.

Hauptthema war die strategische Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Landkreisverwaltung und Polizei. "Mit den regelmäßigen Sicherheitskonferenzen und parallel dazu den regelmäßigen Treffen auf Arbeitsebenen sind wir aber weiter auf dem richtigen Weg, den hohen Sicherheitsstandard im Landkreis zu halten und weiter auszubauen", so der Polizeipräsident.

Seit am 1. Januar die Polizeireform in Kraft getreten ist, hat sich strukturell und personell einiges geändert, Die Polizeivertreter, die zum Sicherheitsgespräch kamen, waren den Bürgermeistern kaum bekannt. Das Kennenlernen stand im Vordergrund. Die enge Zusammenarbeit solle die vermeintlich weiten Wege ausgleichen, so Nill.

Hubertus Högerle, der den Führungs- und Einsatzstab im Polizeipräsidium Ulm leitet, informierte über die aktuelle Sicherheitslage im Kreis. Demnach ging die Gesamtzahl der Straftaten 2013 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. Von 9733 Delikten wurden über 62 Prozent aufgeklärt. Die Quote lag bei 3927 Straftaten je 100 000 Einwohner. Ein Thema, das die Polizei derzeit besonders beschäftigt, ist der Wohnungseinbruchdiebstahl. Im Polizeipräsidium Ulm gebe es landesweit zwar die extremste Steigerung, dennoch lägen die Zahlen landesweit im Mittelfeld: 2013 waren es 695 Fälle, davon 135 im Kreis Göppingen. Im ersten Quartal 2014 gab es bereits 52 Fälle, wobei sich die Zeiten der Straftäter etwas verlagert haben: Schwerpunktmäßig waren die Einbrecher Mittwoch bis Samstag zwischen 10 und 11 Uhr beziehungsweise zwischen 16 und 21 Uhr unterwegs.

Wie Högerle ankündigte, solle eine ständige Ermittlungsgruppe an den Standorten Ulm und Göppingen eingerichtet werden, zudem werden die verschiedenen Bereiche der Polizei zur Bekämpfung der Wohnungseinbrüche noch enger zusammenarbeiten. Erbeten wird von der Polizei eine noch größere kommunale Unterstützung, um die Bevölkerung zu sensibilisieren, zu informieren und zu mehr Aufmerksamkeit und zur Gebäudesicherung zu motivieren.

Die Ermittlungsgruppe "Dämmerung" der Polizei und der Verein Initiative Sicherer Landkreis Göppingen waren in ihrer Zusammenarbeit "ein dickes Pfund bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls", so der Polizeichef aus Ulm. "Diese Erfahrungen werden wir präsidiumsweit übernehmen."

Bei Aggressionsdelikten, oft in Verbindung mit Alkohol, baut die Polizei auf Zusammenarbeit mit der Region. Eine verstärkte Überwachung der jugendschutzrechtlichen Bestimmungen ist angedacht. Weiteres Beispiel für eine stärkere Vernetzung sind die Geschwindigkeitskontrollen, um der hohen Zahl an Verkehrstoten und Schwerverletzten entgegenzuwirken.

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