Polizei ehrt Motorradfahrer für couragiertes Verhalten bei Unfall im Landkreis

Sechs Bürger ehrte die Polizei im Rahmen des 11. Ulmer Sicherheitstags. Die Geehrten hatten sich durch couragiertes Verhalten ausgezeichnet.

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Dieser Unfall wird Siegfried Werner Bauer aus dem Landkreis Esslingen für immer im Gedächtnis bleiben.

Am Mittwoch, 20. Juli, fuhr er gegen 12.20 Uhr mit seinem Motorrad auf der Landstraße zwischen  Ebersbach-Roßwälden und Schlierbach. Voraus erkannte er einen Lastwagen mit Anhänger. Nach einer Bergkuppe geriet der Hänger plötzlich auf die Gegenfahrbahn und stieß mit einem entgegenkommenden Rollerfahrer zusammen. Der Rollerfahrer starb noch am Unfallort. Siegfried Werner Bauer sah den Roller auf der Straße liegen, wobei er den Lkw gleich als Unfallverursacher vermutete. Er erfuhr von einer Zeugin, dass der Lkw-Fahrer seine Fahrt ohne anzuhalten fortgesetzt hatte. Während die Zeugen am Unfallort blieben, nahm Bauer die Verfolgung des Lkw auf. Unglücklicherweise hatte seine Maschine unterwegs einen technischen Defekt und blieb liegen. Bauer suchte aber unbeirrt zu Fuß weiter. Im Industriegebiet in Schlierbach fand er  den abgestellten Anhänger des Verursachers und informierte die Polizei. Dank Bauer konnte der Lkw-Fahrer als Unfallverursacher ermittelt werden.

„Herr Bauer hat mit seinem überlegten Handeln die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei maßgeblich unterstützt“, bewertete der Leiter der Ulmer Staatsanwaltschaft, Leitender Oberstaatsanwalt Christof Lehr, das Verhalten Bauers. Er habe gesehen, dass am Unfallort Personen sind, die den schwer Verletzten betreuten. Deshalb habe er sich entschieden, den Flüchtigen zu verfolgen. So war eine umfangreiche Fahndung nicht mehr erforderlich und der Unfallverursacher schnell ermittelt. Neben Siegfried Werner Bauer hat das Polizeipräsidium auch Daniel Brugger aus dem Landkreis Biberach, Günther und Patrick Dengel aus Heidenheim und das Ehepaar Hardrath aus Ehingen ausgezeichnet. Im Rahmen eines Festakts im Gebäude der Sparkasse Ulm dankte Lehr den Geehrten für ihr couragiertes und überlegtes Vorgehen. Dass Bürger in Notsituationen eingreifen oder die Ermittlungsbehörden unterstützen, sei leider nicht immer so selbstverständlich, betonte Lehr. „Was geht‘s mich an?“ „Was kann ich schon tun?“ „Gibt es da nicht andere, die für so etwas zuständig sind?“. Es seien immer wieder die gleichen Einwände, teils auch die Furcht vor Unannehmlichkeiten, die das eigene Engagement mit sich bringen könnte. Deshalb seien Menschen, die Courage und Mitgefühl zeigen und sich spontan zur Hilfeleistung entscheiden, Vorbilder für alle Bürger.

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