Passah-Fest war einst so normal wie Ostern

Das Passah-Fest wurde einst in dem kleinen Ort Jebenhausen so normal gefeiert wie Ostern. Ein Rabbi führt morgen in die jüdischen Bräuche ein.

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Ostern in Jebenhausen: Rund 150 Jahre lang gingen die einen ganz selbstverständlich zum Passah-Fest in die Synagoge, dort, wo heute das alte Feuerwehrhaus steht. Und die anderen eben zum Ostergottesdienst in die nur ein paar Schritte entfernte Kirche, die heute ein jüdisches Museum ist. Am morgigen Mittwoch ab 19 Uhr führt Rabbi Shaul Friberg im Gemeindesaal der katholischen Kirche Jebenhausen in jüdische Bräuche ein.

Das jüdische Passah-Fest und das christliche Ostern: Bei keinem Fest sind sich Juden und Christen so nah und doch so fern. Die einen feiern die Befreiung aus ägyptischer Sklaverei, die anderen das Leben nach dem Tod. Schließlich war Jesus der Überlieferung nach zum Passah-Fest nach Jerusalem gezogen, dort hingerichtet worden und am dritten Tag auferstanden.

Passah oder Ostern: In Jebenhausen war das keine Frage von Mehrheit und Minderheit. Im Jahr 1845 etwa lebten in Jebenhausen 550 Juden und rund 600 Christen. Man kannte sich und man kannte die Feste und Bräuche der anderen.

An diese gute Tradition will der Verein Haus Lauchheimer jetzt wieder anknüpfen. Rabbi Shaul Friberg kommt mit Studierenden der Jüdischen Hochschule Heidelberg nach Jebenhausen, um in der Reihe "Jüdische Feste und Bräuche" in Geschichte und Praxis der Passah-Feier einzuführen. Und wie immer beim Verein Haus Lauchheimer gibt es von den typischen jüdischen Speisen und Getränken zu kosten: ungesäuertes Brot, bittere Kräuter, Charosset und koscheren Wein.

Info Anmeldung bei Christine Lipp-Wahl, E-Mail c.lipp-wahl@gmx.de, Telefon: (07161) 94 46 26.

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